Dienstag, 16. Januar 2001
Auswirkung rechtsextremer Gewalt auf den öffentlichen Raum
Zwei studentische Aktionen sollen die Aufmerksamkeit der Cottbuser auf die Veränderung im öffentlichen Raum durch Rechtsextremismus lenken
Architekturstudenten der BTU Cottbus versuchen mit zwei ungewöhnlichen Aktionen auf die veränderte Wahrnehmung und das sich wandelnde Verhalten im öffentlichen Raum durch den zunehmenden Rechtsextremismus aufmerksam zu machen. Im Rahmen eines Seminars haben die 15 Studenten eine Befragung bei 60 Cottbusern im Dezember 2000 durchgeführt, dessen Ergebnis zeigte, dass sich etwa ein Drittel der Befragten aufgrund rechter Gewalt nicht mehr sicher in ihrer Stadt fühlen. Betroffen hiervon sind insbesondere Sachsendorf, Schmellwitz und Sandow. Wegen dieser Bedrohung werden vielfach Orte zu bestimmten Zeiten gemieden. Das Ausweichen vor rechter Gewalt ist weder für den einzelnen noch für die Gesellschaft eine Lösung, sondern vielmehr in konkreten Konfliktfällen mit eine Ursache für deren Gefährlichkeit. Immer wieder berichten Opfer von fehlender Hilfeleistung der anderen Anwesenden, die Gewaltanwendungen ermöglichen oder eskalieren lassen.
Um dieser Situation entgegenzutreten ist ein anderes Verhalten im öffentlichen Raum notwendig. Als ein Zeichen hierfür sollen die beiden Studenten-Aktionen die Aufmerksamkeit der Bürger auf den öffentlichen Raum lenken, ihr Interesse und Verantwortungsgefühl wecken und dazu beitragen, die Bindung der Bürger an den öffentlichen Raum zu stärken.
Am Mittwoch, 17. Januar, werden Studenten zwischen 14 und 15 Uhr an der Straßenbahnhaltestelle Gelsenkirchner Allee aussteigende Fahrgäste und Wartende im öffentlichen Raum begrüßen. Bei der zweiten Aktion "Schmellwitz grüßt Sachsendorf" werden ebenfalls am Mittwoch, 17. Januar, zwischen 18 und 19 Uhr an der Kreuzung Gelsenkirchner Allee/Kantstraße Bilder von Cottbuser Bürgern in den öffentlichen Raum projeziert. Unter dem Motto "Schmellwitz grüßt Sachsendorf" hatten sich vor wenigen Tagen über 40 Cottbuser Bürger bereit gefunden, sich hierfür fotografisch porträtieren zu lassen.
Infos: Prof. Philipp Oswalt (Gastprofessor an der BTU), 030/44051472 (Dienstag) oder 0355/69-2231; -2126 (Mittwoch, Donnerstag)
