Montag, 25. Juni 2001

 

Neue Prüfmöglichkeiten schalten Katastrophen aus

 

BTU-Forschungsprojekt zur Erhöhung der Sicherheit von Software

 

Wissenschaftler der BTU entwickelten in einem Forschungsprojekt Methoden und Werkzeuge, mit denen Funktions- und Sicherheitsanforderungen von Steuerungsprogrammen vollständig überprüft werden können. Unfälle und Katastrophen, hervorgerufen durch Mängel bei der verwendeten Software - beispielsweise in sicherheitssensiblen Anwendungen wie dem Airbus, beim Ariane-5-Erststart oder bei der Mars-Mission - könnten künftig durch die neuen Prüfungsmöglichkeiten vorzeitig ausgeschaltet werden. Die Cottbuser Wissenschaftler übertrugen dafür Verfahren zum Nachweis der Funktionssicherheit von Computerprogrammen, die in der Informatik bereits etabliert sind, auf die spezifischen Anforderungen eines industriellen Einsatzes im Umfeld der Automatisierungstechnik.

 

Als weiteres Ergebnis der Arbeiten entstand eine speziell für die Bedürfnisse der Automatisierungstechnik entwickelte Sicherheitsfachsprache. Mit ihr ist es möglich, die Anforderungen an das Steuerungsprogramm, die in Kooperation zwischen Auftraggeber und Programmierer festgelegt wurden, in nahezu natürlicher Sprache auszudrücken. Dieses Werkzeug richtet sich vor allem an Zertifizierungseinrichtungen und Software-Entwickler. Die Einsatzmöglichkeiten reichen vom Sicherheitsnachweis der Steuerungsprogramme in sicherheitskritischen Anwendungen - wie z.ÊB. Pressenstraßen in der Automobilindustrie oder Personenaufzügen - bis hin zur projektbegleitenden Qualitätskontrolle bei der Erstellung von Software für Speicherprogrammierbare Steuerungen.

 

Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Projekt "Sicherheitstechnische Zertifizierung von Anwenderprogrammen für Speicherprogrammierbare Steuerungen" war eine Gemeinschaftsarbeit zwischen dem Lehrstuhl Automatisierungstechnik (Prof. Dr.-Ing. Horst Meier, Dipl.-Ing. Thomas Mertke) und dem Lehrstuhl Datenstrukturen und Softwarezuverlässigkeit (Prof. Dr.-Ing. Monika Heiner, Dipl.-Inform. T. Menzel, Dipl.-Inform. Peter Deussen) an der BTU Cottbus. Es wurde in der Entwicklungsphase bereits auf der Hannover Messe 2000, bei "SPS-IPC-Drives" 1999 und 2000 sowie bei nationalen und internationalen Konferenzen präsentiert.

 

Weitere Informationen: Prof. Dr.-Ing. Monika Heiner, Lehrstuhl Datenstrukturen und Softwarezuverlässigkeit, 0355/ 69 38 84 sowie unter  www.aut.tu-cottbus.de/safety-knight.html