Module

Grundmodule
Grundmodule sind eigenständige Datenbanken zur Verwaltung von Bildern, Karten/Plänen, Literaturverweisen und sonstigen Dokumenten, die ihre Informationen den Fachmodulen über eine einheitliche Schnittstelle zur Verfügung stellen. Alle Teilprojekte arbeiten mit identisch aufgebauten Basismodulen: Foto- und Plandatenbank, Messpunktdatenbank und Literaturdatenbank. Projektspezifische Listeneinträge, wie Bearbeiter- und Ortsnamen, können für das jeweilige Projekt direkt vom Nutzer angepasst werden. Datensätze aus den Grundmodulen können verschiedenen Objekten aus den Fachmodulen zugeordnet werden. Diese Zuordnung hat keinen Einfluss auf den Inhalt des Datensatzes, so dass ein und derselbe Datensatz auch mit mehreren Objekten verknüpft werden kann. Innerhalb der Grundmodule ist eine Suchabfrage vorgesehen, jedoch müssen die Dokumente nicht zwingend separat gesucht werden, sondern werden auch über ihre Zuordnung zu Objekten der Fachmodule angezeigt.

Fotodatenbank
Zur Erfassung von Informationen zu Fotos wird jeweils eine Bilddatei auf den Server geladen und es können Angaben zu Bildtypen, zur Aufnahme und Bildinhalten gemacht werden. Die Beschreibung der Bilder erfolgt über verschieden formatierte Felder, hauptsächlich handelt es sich dabei um Einträge aus Attributlisten. Freie Eingaben werden so gering wie möglich gehalten, um ein Höchstmaß an Inhalten abfragen zu können. Wie in jedem Modul gibt es eine Reihe von Pflichtfeldern, die ausgefüllt werden müssen, um Sinnhaftigkeit und Eindeutigkeit des Datensatzes zu garantieren. Außerdem wird vom Verfasser vermerkt, ob die Eingabe abgeschlossen und vollständig ist, oder ob noch Ergänzungen nötig sind, so dass die Kontrolle und Bestandspflege einfacher werden.

Plandatenbank
Die Plandatenbank entspricht in ihrem Aufbau im Wesentlichen der Fotodatenbank. Neben den Sachinformationen zu den Plänen wie Zeichner, Planart, Darstellungsweisen und Planinhalten können auch Referenzierungsdateien in Form eines World-Header-Files oder einer CAD-Zeichnung hochgeladen werden

Literaturdatenbank
Die Literaturdatenbank bietet Raum zur Erfassung von Informationen zu Publikationen, deren Rezensionen, dem Standort und Ausleihstatus in bis zu 5 Bibliotheken sowie inhaltlichen Aspekten.

Messpunktdatenbank
Die Messpunktdatenbank liefert Informationen zu Koordinaten, Vermarkungsart und Wiederauffindbarkeit der einzelnen Messpunkte. Zusätzlich können Einmessskizzen zur Lagebeschreibung der Messpunkte auf den Server geladen werden. Messpunkte können im GIS dargestellt und Informationen zu Messpunkten können auch aus dem GIS heraus abgefragt werden.

DCMS- Dokumenten Management System
Nicht für alle Arten von Dokumenten erscheint es sinnvoll, eine Datenbank einzurichten, deshalb wird zur zentralen Datenablage ein Dokumenten-Management-System angelegt, in welchem zum Beispiel Projektbeschreibungen, Präsentationen oder Software zum download bereitgehalten werden. Derzeit wird dafür auf das am Lehrstuhl für Bauinformatik der BTU Cottbus entwickelte DCMS zurückgegriffen, welches die Dokumente über eine Verzeichnishierarchie und versehen mit einer Reihe von Informationen wie Dokumentart, Format, Inhalt oder Autor ablegt. Die Dokumente können dann entweder über die Verzeichnisstruktur oder über eine Ontologieabfrage gesucht werden. Für die Zukunft ist vorgesehen, ein solches Dokumentenmanagement innerhalb des Systems als zusätzliches Datenbankmodul zu implementieren. Darin abgelegte Dokumente können ebenso wie Datensätze aus Grundmodulen mit Objekten in den Fachmodulen verknüpft werden.

Fachmodule
Die Grundmodule enthalten Dokumente, die der Beschreibung von Befunden dienen. Die Befunde an sich werden jeweils separat in Form von spezifischen Fachmodulen erfasst. Für archäologische Untersuchungen wurde ein Fund- bzw. Surveymodul entwickelt, während Informationen aus Bauforschung und Architektur in einem Raumbuch- bzw. Gebäude-Modul verwaltet werden.

Raumbuch/Gebäude-DB
Das Raumbuch gestattet es, Gebäude in ihrer Gesamtheit zu dokumentieren und durch eine entsprechende Anbindung an ein VRML-Modell oder GIS zu visualisieren. Die Datenbankstruktur ist äquivalent der Topologie eines Gebäudes, so dass ein beliebiges Bauwerk dokumentiert werden kann. Beginnend mit der äußeren Hülle des Bauwerkes, über die Räume und die Bauteile (Wände, horizontale Elemente etc.) bis hin zu Öffnungen wie Türen und Fenster können alle konstruktiven Elemente des Gebäudes inklusive ihrer relevanten Eigenschaften dokumentiert werden. So kann das Modul sowohl für die Auswertung der gebäudebezogenen Daten eines sehr komplexen Bauwerkes als auch für die Untersuchung der Charakteristika von Gebäuden im Rahmen einer siedlungstopographischen Arbeit eingesetzt werden.
Es ist wie bei anderen Modulen von CISAR auch hier möglich, Datenbankobjekte wie Räume und Wände mit Fotos, Plänen oder anderen Dokumenten zu verlinken.

Fund-DB
Die Funddatenbank ist streng hierarchisch aufgebaut, so dass jeder Fund stets im Zusammenhang mit Fundort und Grabungskontext betrachtet wird. Über die logische Eingabe von Abhängigkeiten wird jeder Fund mit den entsprechenden Informationen codiert. Praktisch heißt das, dass für die Eingabe von Funden zuerst ein Grabungsareal, dann die Fundstelle, die Sondage und das Stratum des Fundes definiert werden müssen, bevor der Fund im Einzelnen beschrieben wird. Die Beschreibung des Fundkontextes erfolgt abgestuft auf den vorweg genannten Ebenen in unterschiedlichem Detaillierungsgrad und umfasst Charakteristika des Fundzusammenhanges in Textform, Angaben zum Grabungszeitraum, der Kampagne und den Ausgräbern sowie räumliche Informationen wie Koordinaten und Höhenlage. Auf jeder Ebene der Funddatenbank ist es möglich, Fotos und Pläne aus den entsprechenden Grundmodulen zu verknüpfen.
Die eigentliche Fundbeschreibung ist projekt- und fundartabhängig. Je nach Zuordnung der Fundgruppe werden unterschiedliche Fundmerkmale erfasst. In einem eigenständigen Modul werden außerdem Keramikwaren angelegt, die jeweils Tonfunden zugeordnet werden können. Die Suche in der Funddatenbank erfolgt, ebenso wie beim Raumbuch, über das Abfragemodul.

Surveymodul
Für die Bedingungen eines Surveys wurde die Funddatenbank angepasst. Die Abhängigkeitshierarchie wurde dafür auf Ebene der Fundstelle aufgebrochen und somit die Möglichkeit der Eingabe von so genannten "freien Funden" ohne weitere Spezifizierung des Fundkontextes geschaffen.

Abfrage-Modul
Zur Datenanalyse in den Fachmodulen wurde ein Abfragemodul entwickelt, dass es den Anwendern erlaubt, dynamische Datenbankabfragen über eine Weboberfläche selbst zu erstellen. Nachdem das abzufragende Fachmodul gewählt wurde, können verschiedenen Abfragen zu einzelnen Tabellen über logische Operatoren zu sehr komplexen Abfragen kombiniert werden. Die Abfrageerstellung erfolgt dabei ausschließlich mit den aus HTML-Seiten bekannten Interaktionsobjekten wie Auswahllisten oder Texteingaben, sodass eine Eingabe von SQL-Befehlen nicht notwendig ist.
Die Ergebnismenge einer Abfrage wird zunächst in Form einer Liste angezeigt und kann als CSV-Datei (Comma-Separated Values) herunter geladen und lokal gespeichert werden. Damit können dann weiterführende Analysen und Auswertungen von Daten mit entsprechenden externen Programmen sehr individuell erstellt werden.
Die Abfrageergebnisse lassen sich projektabhängig in einem 3D VRML Modell visualisieren oder räumlich in einem webGIS auswerten. Die dafür erforderlichen Geometriedaten werden in einem separaten Modul für 3D Objektdaten bzw. einer Geodatenbank gehalten.

Organisationswerkzeuge
Neben den Modulen zur Datenerfassung stehen den Nutzern eine Reihe von Organisationswerkzeugen zu Verfügung. Dazu gehören Nutzerprofilverwaltung, Listenerweiterung, Fehlermanagement, ein lokales Wiki als Onlinehandbuch sowie ein passwortgeschütztes webloc zur Diskussion von Arbeitsweisen und Forschungsinhalten. Die Organisationswerkzeuge sind für alle Projekte gleich strukturiert, werden separat aufgesetzt und beinhalten die jeweils projektrelevanten Informationen.