25.05.2016 um 18:00

Dirk Michael Hennrich

Zur Philosophie der Landschaft - Das Walten, Gestalten und Verwalten der Landschaft im Zeitalter des Anthropozän

Dirk Michael Hennrich studierte Philosophie, Deutsche Literatur und Geschichte in Basel und promovierte in Lissabon mit einer Arbeit über die Verbindung zwischen poetischer Landschaftswahrnehmung und Ontologie. Er erhielt 2014 ein Forschungsstipendium für die Zusammenstellung einer Antologie mit dem Titel Theorie und Ästhetik der Landschaft in Portugal im 20. Jh. Seit 2015 forscht er über Landschaftsmetaphern Europas und über die Frage nach der Europäischen Identität im Kontext der Geophilosophie und der Philosophie der Landschaft. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich der Philosophie der Landschaft, der Philosophie in Portugal und Brasilien und der Medienphilosophie und -theorie, insbesondere im Zusammenhang mit den Thesen und Schriften von Vilém Flusser. Er war Gastdozent in Sergipe und São Paulo und unterrichtet an der Philophischen Fakultät und an der Fakultät Landschaftsarchitektur als Forschungsmitarbeiter des Zentrums für Philosophie in Lissabon. Der Vortrag wird einerseits die Grundzüge der Philosophie der Landschaft nachzeichnen und zugleich das Walten, Gestalten und Verwalten der Landschaft in den Vordergrund rücken. Landschaft als Natur-, Lebens- und Kulturraum wird immer mehr zum Gegenstand der künstlerischen und architektonischen Gestaltung, die immer wieder auch in eine blosse Verwaltung und Verwahrlosung abgleitet. Landschaft ist der Ort an dem sich im 21. Jahrhundert das Negative Sublime (Arnold Berlant) und das Erhabene Naturschöne - Verwüstete Industrielandschaften und monumentale Naturschauspiele - kreuzen. Landschaft wird immer mehr zu einer lebendigen Skulptur, die sich den Formationen und Deformationen der Kultur zu beugen hat und den Begriff der Natur immer mehr (z)ersetzt.