Das Projekt e-SolCar
Durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz, dass im Jahr 2000 durch die Bundesregierung eingeführt wurde, konnten die regenerativen Energien ohne wirtschaftliche Verluste vorrangig und „nachfrage-unabhängig“ in das Stromnetz einspeisen. Dadurch konnte ein Ausbau der erneuerbaren Energien beobachtet werden, was zu einem größeren Anteil am Strommix führte. Gerade in Ostdeutschland ist es in den vergangenen Jahren zu einem großen Wachstum gekommen, der momentan ca. ein Viertel der Kraftwerkleistung umfasst. Da Strom in großen Mengen nicht speicherbar ist, muss die Erzeugung dem Verbrauch „minutengenau“ folgen. Dies führt zu dem Problem der erneuerbaren Energien, dass Diese eine schwankende Einspeisung besitzen, die nur bedingt vorhergesagt werden kann. Demzufolge wird es für die Energieversorger immer schwieriger, die Stabilität des Energienetzes zu gewährleisten. Zudem muss mehr Regelenergie bereitgestellt werden, um kurzfristig Leistungsschwankungen auszugleichen.
Des Weiteren hat die hohe CO2-Belastung von konventionell betriebenen Autos dazu geführt, dass bis zum Jahr 2020 eine Million Elektro-Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen unterwegs seien sollen. Denn E-Cars können, wenn Sie regenerative Energien beziehen, CO2-neutral fahren. Da Elektro-Fahrzeuge im wirtschaftlichen Vergleich hinter den konventionellen Fahrzeugen rangieren, wird viel in die Forschung und Entwicklung investiert, um Sie in den Massenmarkt einzuführen.
Aus diesen zwei Themen setzt sich die Motivation für das Projekt e-SolCar zusammen. Auf der einen Seite gibt es das Speicherproblem, wo Elektroautos einen Teil zur Lösung beitragen können. Und auf der anderen Seite steht das große Thema Elektroautos, die noch nicht die Wirtschaftlichkeit von konventionellen Fahrzeugen erreichen. In diesem Projekt wird in Kooperation mit dem Energieversorger Vattenfall Europe Generation AG, dem Fahrzeughersteller German E Cars GmbH und der BTU Cottbus in diesen Bereichen geforscht. Ziel ist es die Elektroautos als Speicher in speziellen Netzsituationen zur Verfügung zu stellen. Dazu wird das bidirektionale Laden entwickelt, sodass die Autos geladen bzw. entladen werden können. Weiterhin sollen erste Erfahrungen gesammelt werden, wie sich die Autos im Alltag verwenden lassen und welche Akzeptanz Sie beim Kunden erfahren. Eine andere Frage stellt sich, inwiefern es zu Elektrizitätsnetzproblemen kommen könnte, wenn viele Elektroautos angeschlossen werden und wie diese intelligent gelöst werden können.
Das Projekt an der BTU Cottbus umfasst eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 100 kWPeak auf dem Dach der FMPA-Gebäude, einen Batteriespeicher mit einer nutzbaren Kapazität von 500 kWh und 15 Ladesäulen, die direkt vor dem Gebäude aufgestellt sind. Die Elektroautos werden in erster Linie mit der Photovoltaikanlage und dem Batteriespeicher geladen. Wenn die Ressourcen für die Fahrzeugladung nicht ausreichen, wird das Versorgungsnetz einbezogen.Für die Elektro-Fahrzeuge wurden Testfahrer ausgewählt, die in der Versuchphase Vollzeit an der BTU Cottbus angestellt sind. Die Testfahrer wohnen nicht mehr als 60 km von der BTU entfernt. Für Forschungszwecke müssen die CETOS Nutzer in der ca. sechsmonatigen Testphase ein Fahrtenbuch führen, in dem Datum, Uhrzeit, Km-Stand, Strecke, Außentemperatur und Ladezustand der Batterie aufzuführen sind. Die erste Testphase begann am 11.06.2012.Weitere Informationen finden Sie unter dem Link „Flottenversuch“.
Das Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und aus Haushaltsmitteln des Landes Brandenburg finanziert.


