Lehrstuhl Stadttechnik

Im Mittelpunkt der Lehre und Forschung des Lehrstuhles Stadttechnik steht die rationelle, nachhaltige und kostengünstige Versorgung von Städten durch die Systeme der technischen Infrastruktur. Es wird dabei die Gesamtheit der Medien Strom, Wärme, Gas und Wasser in betrachtet.

Beginnend von Stoffstromanalyen in Kommunen über die Untersuchung von Einsparpotentialen bis hin zu ganzheitlichen Energieversorgungskonzepten leistet der Lehrstuhl einen Beitrag zu volkswirtschaftlichen Fragen bezüglich dem Umgang mit immer kostbar werdender Energie. Der rationelle Energieeinsatz gewinnt heute nicht nur vor dem Hintergrund von Klimaproblemen und Ressourcenverfügbarkeit an Bedeutung sondern auch durch die sich verändernden demographische Entwicklung in Deutschland. Die Randbedingungen in stark schrumpfenden Siedlungsbereichen bedeuten einen starken Wandel, die für die Planung und den Betrieb der kommunalen Energiewirtschaft von erheblicher Bedeutung ist.

In den zurückliegenden Jahren standen vor allem die Folgen des Stadtumbaus  für die Funktionsfähigkeit und wirtschaftliche Tragfähigkeit der Systeme der technischen Infrastruktur im Vordergrund der Forschungstätigkeit. Die Entwicklung von Lösungsansätzen und die Gestaltung von Transformationsprozessen berücksichtigt auch die sich wandelnden Marktbedingungen, d.h. die zu beobachtende Liberalisierung im Bereich technischer Infrastrukturen und damit einem sich wandelndem Verhältnis von „privater Stadt“ und „öffentlicher Stadt".

Durch die Integration alternativer Energiequellen und dezentraler Systeme sowie lokaler regionaler Ansätze eines nachhaltigen Wirtschaftens werden Systemische Ansätze verfolgt. Parallel hierzu zielen die Forschungsarbeiten auf eine kostengünstige und nachhaltige Modernisierung von Ver- und Entsorgungssystemen ab.

Die aktuellen Forschungsvorhaben sind auf die Ermittlung des städtebaulichen Förderbedarfs 2007-2019 in Deutschland unter Berücksichtigung der Wirkungen auf die technische Infrastruktur gerichtet. Die Arbeiten erfolgen in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), der Gesellschaft für Finanz- und Regionalanalysen (GEFRA) und Institut für Stadtforschung und Strukturpolitik GmbH (IfS).

Der Lehrstuhl Stadttechnik wurde erstmals 1997 durch Prof. Dr.-Ing. Matthias Koziol besetzt.

Er ist Bauingenieur, arbeitete vor seinem Eintritt in die Brandenburgische Technische Universität als freier Mitarbeiter der PROGNOS AG, als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut Wasser, Abwasser und Raumplanung der Technischen Hochschule Darmstadt und als  Mitinhaber der COOPERATIVE, Infrastruktur und Umwelt GbR sowie Geschäftsführer der Planungsgesellschaft für Infrastruktur, Energie- und Systemtechnik mbH in Darmstadt.

Es bestehen zahlreiche Kooperationen mit Partneruniversitäten und Verbänden sowie Kommunen und Versorgungsunternehmen.

Link zum Lehrstuhl

Prof. Dr.-Ing. M. Koziol