Flottenversuch an der BTU Cottbus
Auswahl der Testfahrer und Ablauf des Flottenversuchs
Für den Flottenversuch im Drittelmittelprojekt e-SolCar wurden aus über 300 Bewerbungen 60 Testfahrer per Losverfahren durch den Justiziar der BTU Cottbus ausgewählt. In der zweijährigen Testphase dürfen jeweils 15 Fahrer pro Halbjahr die E-Cars privat und dienstlich nach ihren Bedürfnissen nutzen. Um ein möglichst breites Spektrum der Testfahrer zu wählen, wurden 5 Entfernungsgruppen von Wohnort zu Arbeitsplatz gebildet und sind in nachfolgender Tabelle aufgeführt.
Gruppe | Entfernung: Wohnort - Arbeitsplatz |
|---|---|
1 | 2-5 km |
2 | 5-10 km |
3 | 10-20 km |
4 | 20-40 km |
5 | 40-60 km |
Bevor die Testfahrer die CETOS bewegen dürfen, werden Sie von den bei der DEKRA geschulten Mitarbeitern des Lehrstuhls Energieverteilung und Hochspannungstechnik in das E-Car eingewiesen. Neben einer kleinen Probefahrt und der Erklärung wie die Instrumententafel zu verstehen ist, wird auch der Ladevorgang erläutert. Zudem wird den Testfahrern die Autoausstattung gezeigt und das Verhalten bei einer Panne mit dem Auto beschrieben. Am Ende der Einweisung wird dies mit einer Unterschrift dokumentiert.
Ziele des Flottenversuchs
Ziel in diesem Flottenversuch ist es, das Nutzerverhalten zu analysieren und zu erfahren, ob die Reichweite von 120 Km (je nach Fahrweise) den Ansprüchen der einzelnen Testfahrer genügt. Um statistisch adäquat abgesicherte Daten zu erhalten, müssen die Testfahrer ein Fahrtenbuch führen, das folgende Eintragungen beinhaltet:
- Datum,
- Beginn der Fahrt (Ort, Zeit, SOC (State of Charge (Ladezustand)), KM-Stand),
- Ende der Fahrt (Ort, Zeit, SOC, KM-Stand) und
- sonstige Bemerkungen.
Innerhalb der Testphase werden die Batterien geprüft und es können erste Erkenntnisse gesammelt werden inwieweit diese nach zwei Jahren und den täglichen Autofahrten gealtert sind. Ein besonderes Augenmerk wird hierbei die letzte Entfernungsgruppe (40 – 60 km) spielen, da gerade hier die E-Cars die größten Wege zurücklegen. Vor allem im Winterbetrieb werden die Elektroautos mit zahlreichen Problemen konfrontiert. Aufgrund des negativen Einflusses der niedrigen Temperaturen auf die Batteriekapazität wird die Reichweite der E-Cars reduziert. Weiterhin senken die zusätzlich eingeschalteten Nebenaggregate wie z.B. die Heizung den Aktionsradius vom CETOS.
Jedes Fahrzeug hat gegenüber vom Lehrgebäude 3B seinen eigens zugewiesenen Parkplatz mit Ladesäule. Dort können die Testfahrer inner- oder außerhalb der Arbeitszeit das E-Car mit Energie „betanken“.
Die Ladesäulen sind mit 1- und 3-phasigen Ladeanschluss ausgestattet. Noch in diesem Jahr wird durch die Weiterentwicklung der technischen Ausstattung das gesteuerte 3-phasige Laden etabliert. Im weiteren Projektverlauf wird die Realisierung des bidirektionalen Ladens erforscht mit dem Ziel den Verbrauch und die Erzeugung elektrischer Energie an die Netzsituation anzupassen.
Alle relevanten technischen Daten von den E-Fahrzeugen, der SERF (Solar Energy Research Field) – Anlage und den Ladesäulen werden im MSR-Raum aufgezeichnet und archiviert. Diese Daten können für die zahlreichen wissenschaftlichen Forschungsaktivitäten verwendet werden.



