Gebäudebeschreibung: Technische Gebäudeausstattung und Infrastruktur

Lüftung/Klimatisierung:

Entsprechend Brandschutzgutachten ist im Magazin und in der Technikzentrale (2. UG) sowie im Bibliotheksbereich (1. UG - 6. OG) eine Entrauchung vorgesehen. Im Brandfall erfolgt eine lufttechnische Versorgung des Vorraumes (Zugang Fluchtweg) der entsprechenden Etage.
Da sich die Fenster der Bibliotheksbereiche (1. UG - 6. OG) nicht öffnen lassen, wird die Versorgung mit hygienisch erforderlicher Außenluft über eine RLT-Anlage realisiert. Zusätzlich sind über diese Anlage Teile der vorhandenen thermischen Lasten über abgehängte Deckenstrahlplatten (Kühlbetrieb / Heizbetrieb) abzudecken.

Für den Bereich 1. UG - 6. OG ist eine gemeinsame Teilklimaanlage installiert. Der Magazinbereich im 2. UG wird auf Grund der besonderen Anforderungen an Raumtemperatur und Luftfeuchte klimatisiert.

Heizung:

Innerhalb des energetischen Konzeptes ist eine Energieverbundanlage installiert, d.h. Anlagen zur Wärme- und Kälteerzeugung werden im Verbund betrieben. In der Realisierung werden zwei Blockheizkraftwerke (erdgasbetrieben), eine 4-stufige Wärmepumpe und ein Spitzengaskessel zur Abdeckung des Heizenergiebedarfes geschalten.  
Die Wärmeverteilung in den Etagen erfolgt über Konvektionsheizsysteme, Heiz- und Kühldecken sowie Etagennacherhitzer.

Beleuchtung:

Das allgemeine Beleuchtungskonzept sieht Downlights in allen eingeschossigen Bereichen der Etagen -1 bis 6 vor. Um eine optimale Ausleuchtung der Regalreihen zu erreichen, werden die Downlights mit Spiegelreflektoren versehen, die einen Grenzausstrahlungswinkel von 65 grd gewährleisten.
Die Sicherheitsbeleuchtung ist in diesen Leuchten integriert.
Lichträume, die über 1 und 2 Etagenhöhen beleuchtet werden müssen, erhalten abgependelte "Kronleuchter", die speziell für dieses Gebäude von den Architekten konzipiert wurden.

Die Schaltung wird in drei Bereiche untergliedert. Im Bereich der Buchregale wird die Beleuchtung durch Betreten des Bereiches eingeschaltet. Die Gänge werden in Dauerlicht geschaltet. An der Außenfassade werden die Leuchten in Abhängigkeit der Außenhelligkeit geschaltet.

Alle Arbeitsplätze erhalten Tischleuchten, die individuell eingeschaltet werden können.
Fluchtwegkennzeichen werden gut sichtbar in den Hauptwegen angeordnet.

Akustik:

Der Innenraum des Gebäudes wird durch großflächige Benutzungsebenen mit Galerien und zwei bis drei Etagen hohe Lufträume bestimmt.
Eine Abtrennung von Büro- und Arbeitsräumen im 7. Obergeschoss erfolgt mittels leichten, beidseitig beplankten Ständerwänden mit Glaseinsätzen, die auch spezifische Schallschutzanforderungen berücksichtigen.

Wegen der offenen Innenraumstruktur und der deshalb zu erwartenden hohen Schallübertragung, sind die Brüstungbereiche im Benutzungsbereich mit Akustiksystemen belegt. Die Lesesäle sind mit Nadelfilzbelag ausgestattet. 

Aufzüge:

Im Gebäude sind eine Aufzugsgruppe und ein Einzelaufzug  installiert.
Die Aufzugsgruppe besteht aus zwei Aufzügen und ist vorrangig für die Beförderung von Besuchern vorgesehen. Der Einzelaufzug hingegen ist als Personal- und Lastenaufzug sowie als Feuerwehraufzug konzipiert.
Die Aufzugsgruppe ist nebeneinander angeordnet. Beide Besucheraufzüge sind in ihrer Kabinengröße und Türbreite für den Behindertentransport geeignet.

Der Personal- ,Lasten- und Feuerwehraufzug ist auf Grund seiner Kabinengröße für den Liegendtransport von Personen geeignet.

Buchtransportsystem:

Für den Büchertransport kommt ein linearer Behälteraufzug (Bücheraufzug) zum Einsatz. Die Be- und Entladevorgänge sind automatisiert. Dabei werden die Behälter auf entsprechende Schwerkraftrollenbahnen mit Be- und Entladeplätzen ein- und ausgegeben. 

Diebstahl-Sicherungssystem:

Der Buchbestand des IKMZ wird mit Hilfe von Magnetstreifen geschützt, die bei der Verbuchung ummagnetisiert werden. Beim Verlassen des Gebäudes mit einem unverbuchten Medium wird an einem der drei senkrechten Stromstreifenpaneele (zwei Aus-/Eingänge) Alarm ausgelöst. 

Informatisierte Gebäudetechnik:

Die Gebäudeleittechnik ist so umgesetzt, dass eine Überwachung und Optimierung aller technischen Anlagen möglich ist. Die geplante Technik ist durch die Gebäudestruktur und Gebäudenutzung sehr anspruchsvoll, der Aufwand im Feld- und Hardwarebereich ist entsprechend hoch.
Zur kostensparenden, energieoptimierten Betriebsführung sowie zur Anlagenüberwachung wurde ein ZLT-System (Arbeitsplatzrechner mit ZLT-Software und graphische Benutzeroberfläche) errichtet, worüber mittels eines mehrstufigen Passwortsystems auf alle Datenpunkte sowie die zugehörigen Parameter zugegriffen werden kann. Die Darstellung erfolgt durch dynamische Einblendungen in die Anlagenbilder.

Störungen und Alarme sowie andere frei wählbare Ereignisse im System wie z.B. Bedienereingriffe in die Parametrierung werden durch einen Protokolldrucker protokolliert. Die Software des Systems sichert die Archivierung aller relevanten Betriebsdaten.

Fernüberwachung durch bzw. Störungsweiterleitung zu einem externen Dienstleister ist durch ein Modem möglich.

IT-Netz: 

Das IKMZ wird mit einem leistungsfähigen, entwicklungsorientierten Datennetz ausgestattet. Zur Realisierung von High-Speed-Anwendungen ist ein LWL-Netz installiert, welches den Großteil der Arbeitsplätze versorgt. Ergänzend zum kabelbasierten Netz ist das IKMZ mit WLAN ausgestattet.

Kronleuchter im Lesesaal