Ausstellung "Thomas Michel - Darwinland"

Thomas Michel, Genesis Nr. 106

Anlässlich des Doppeljubiläums von Charles Darwin, der 2009 seinen 200. Geburtstag feierte und vor 150 Jahren sein Hauptwerk "Über die Entstehung der Arten" veröffentlichte, belegt die 40 Bilder umfassende Ausstellung "Darwinland" des Künstlers Thomas Michel umso mehr die Aktualität und den Einfluss Darwins auf die Gegenwartskunst.

Das hydrographische Werk Thomas Michels, zudem eine technisch reizvolle Besonderheit, wird in einer Einzelausstellung gezeigt, die den Betrachter mitnimmt auf eine Expedition zu den unbekannten Ufern einer Kunst, die den Gesetzen ihrer eigenen Schöpfungsgeschichte folgt.

So wie Charles Darwin durch seine Weltreise auf der HMS Beagle zur Theorie über die Evolution des Menschen als integralem Teil der Natur inspiriert worden war und dadurch die religiöse, soziale und wissenschaftliche Weltanschauung seiner Zeit revolutioniert hat, werfen die Bilder Thomas Michels ein neues Licht auf die Wechselwirkung von Natur und Kunst.

Die Technik der Hydrographie steht am Schnittpunkt von Zeichnung, Malerei und medialem Bildprozess. Durch Sedimentation von Tuschepigmenten auf Folie entstehen mikroskopisch kleine Bilder, die in etwa einem fotographischen Negativ entsprechen und erst durch Lichtprojektion oder als C-Prints in limitierter Auflage zum Leben erweckt werden.

Die Wurzeln hydrographischer Bilder liegen ebenso in der fernöstlichen Tuschemalerei und Kalligraphie wie im Geist des Surrealismus mit seinen Bildwelten des graphischen Automatismus und der Psychoanalyse. Aus einem Tropfen Tusche entsteht ein ganzes Universum, wobei natürliche Wachstums- und Transformationsprozesse einen nie gesehenen virtuellen Kosmos entstehen lassen, der zugleich seltsam vertraut und fremd wirkt.

Die Bilderreise beschwört die Fähigkeit herauf, die den Menschen über alle vorangegangenen Primaten heraushob: Erkenntnis durch Staunen.

Dauer der Ausstellung: 19.Mai bis 02.Juli 2010

Eröffnung der Ausstellung: Dienstag, 18.Mai 2010 um 19.30 Uhr

Eröffnungsrede: Prof. Dr.-Ing. Matthias Koziol, LS Stadttechnik an der BTU Cottbus