Stellungnahme des MI und des IAMWR
Gemeinsame Stellungnahme des Mathematischen Instituts und des Instituts für Angewandte Mathematik und Wissenschaftliches Rechnen zu geplanten Änderungen im HEP der BTU
1. Die 12 im HEP verankerten Professuren in der Mathematik sind nach
unserer Überzeugung für die Erfüllung wachsender Service-Anforderungen -
insbesondere für ingenieur- und wirtschaftswissenschaftliche
Studiengänge - sowie für die Aufrechterhaltung der mathematischen
Studiengänge unabdingbar.
2. Die großen Studiengänge im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich
(über 500 Erstsemestler) sowie in ingenieurwissenschaftlichen
Studiengängen (über 300 Erstsemestler) stellen uns vor riesige
Kapazitätsprobleme. Sowohl regulär geplante Module (wie T4) als auch
zusätzliche Wünsche und Anforderungen (beispielsweise auf den Gebieten
Statistik und Numerik) konnten nur über Gastprofessuren oder überhaupt
nicht realisiert werden. Auch erlaubt der Start des Masterstudiengangs
"Angewandte Mathematik" im Wintersemester 2009 keinerlei Reduktion.
3. Aus den genannten Gründen ist die Besetzung der Professur
Wirtschaftsmathematik und die Besetzung der beantragten Juniorprofessur
"Numerische Mathematik partieller Differentialgleichungen" von großer
Dringlichkeit. Letztere ist neben der Absicherung der Numerikausbildung
für Mathematiker, Physiker und Informatiker auch Voraussetzung für die
Einführung neuer Masterstudiengänge ("Prozess- und Anlagentechnik"
sowie "Computational Fluid Dynamics"). Die Einführung der
Juniorprofessur wie auch die Wiederbesetzung der "Angewandten
Mathematik" wird vom CFTM ausdrücklich unterstützt. Zur weiteren
Begründung verweisen wir auf den Antrag des IAMWR und die entsprechende
Stellungnahme des CTFM (siehe Materialien der letzten Fakultätsratssitzung).
4. Im Gegensatz zu den anderen Instituten der Fakultät gibt es in der
Mathematik keine Möglichkeit für gemeinsame Berufungen mit anderen
außeruniversitären Instituten. Auf diesem Weg war und ist es den anderen
Instituten möglich, die Anzahl der Professuren zum Teil deutlich zu
erhöhen, ohne dass eine Anrechnung im HEP erfolgt. Erstaunlicherweise
wird selbst bei von der BTU voll bezahlten Professuren nur eine geringe
Lehrleistung eingefordert (benötigt?). Im Gegensatz dazu würde die
Streichung einer Professur der Mathematik aus dem HEP besonders
gravierende Folgen für die Lehre haben.
5. Nur unter der Voraussetzung der Genehmigung der Juniorprofessur durch
die Fakultät werden wir uns der Aufnahme eines unbesetzten
Mathematik-Lehrstuhls in die Streichliste der Fakultät nicht
widersetzen. Allerdings gehen wir dabei aufgrund der obigen Argumente
davon aus, dass keiner der vorderen Plätze in der Streichliste in Frage
kommt.
6. Die Juniorprofessur sowie mindestens eine weitere den
ingenieurwissenschaftlichen Anwendungen gewidmete Professur sind
unabdingbar. Als einzige Option für die Streichliste benennen wir
die Stelle "Angewandte Mathematik".
Cottbus, den 15.04.2009
gez. S. Pickenhain gez. G. Bader
