Laudatio Florenţa Adriana Costache 

Frau Costache hat in ihrer Dissertation "Dynamics of Ultra-short Laser Pulse Interaction with Solids at the Origin of Nanoscale Surface Modification" wesentliche Beiträge geleistet zum Verständnis der grundlegenden Prozesse bei der Laser-Ablation.

Die Laser-Ablation, d.h. die Material-Abtragung von einem Target als Folge der Bestrahlung mit einem Laser, ist der wesentliche Prozess bei einer Vielzahl von Anwendungen des Lasers in der heutigen Technik, Medizin und Wissenschaft - wie z.B. Bohren, Schneiden, Oberflächenbearbeitung, Augenkorrektur (LASIK), Entfernung von Tätowierungen etc. Trotzdem sind bisher die Mechanismen der Laser-Ablation noch lange nicht vollständig verstanden. Das liegt daran, dass häufig Laser-Blitze eingesetzt werden, die so lang sind, dass sie nicht nur auf das Target einwirken, sondern auch auf die Ablationsprodukte.

Um diese Probleme zu umgehen, hat Frau Costache (sogenannte) ultra-kurze Laserpulse eingesetzt - d.h. Lichtblitze, die kürzer sind als "Haaresbreite". Damit konnte sie neue, wegweisende Erkenntnisse gewinnen über die Einkopplung des Laserlichts in das Target und die Dynamik der Folgeprozesse, die zu einem - inzwischen international akzeptierten - Verständnis der physikalischen Wechselwirkungen führen.

Darüber hinaus hat Frau Costache beobachtet, dass im Ablationsbereich auf der Probe eine völlig neue, regelmäßig angeordnete Oberflächenstruktur mit typischen Größen im Nanometer-Bereich entsteht. Die Arbeit untersucht diese Strukturen sehr systematisch und zeigt, dass sie das Resultat einer Selbstorganisation aus einer Oberflächeninstabilität ist. Dieses nichtlineare Phänomen öffnet interessante Möglichkeiten für zukünftige neuartige Materialien und Oberflächen, die vom sogenannten Lotuseffekt bis hin zur Kopplung von biologischen Sensoren mit der Halbleiter-Elektronik reichen können.

Frau Costache hat in ihrer Arbeit ein außerordentlich weites Gebiet experimenteller Techniken genutzt und weiterentwickelt. Dies zeigt in besonderer Weise ihr experimentelles Geschick, aber auch ihre großartige Fähigkeit, physikalische Zusammenhänge zu erkennen, in entsprechende Untersuchungen umzusetzen und so ein umfassendes Verständnis der beobachteten Phänomene zu gewinnen. Die Arbeiten von Frau Costache fanden in einer großen Zahl von international beachteten Publikationen ihren Niederschlag, und sie wurde schon während der Promotionsarbeit - ungewöhnlich für eine Doktorandin - zu mehreren internationalen Vorträgen eingeladen. Die Dissertation wurde von den drei Gutachtern - davon einer aus Frankreich, einer aus Österreich - als ausgezeichnet bewertet, und Frau Costache erhielt für ihre Promotion das Prädikat "summa cum laude".