Studiengang Informatik / Diplom

Letzte Einschreibung "ins Diplom" zum Wintersemester 2008/2009

Allgemeines

Die Informatik ist eine Wissenschaft, die sich mit der systematischen Beschreibung, Analyse und Gestaltung von informationsverarbeitenden Prozessen (d.h. Vorgängen zur Umformung bzw. dem Transport von Informationen) beschäftigt. Sie ist ein vergleichsweise junges Fachgebiet, das ein breites Spektrum von Aspekten umfasst. Diese reichen von den technischen Aspekten des Aufbaus von Computern, der Entwicklung von System- und Anwendungssoftware, der Erarbeitung von Anwendungslösungen bis hin zu sozialen Aspekten des Einflusses von Computern bzw. der Computerisierung und Medialisierung auf die Gesellschaft.

Ein erfolgreiches Studium der Informatik setzt die Fähigkeit sowohl zu einer mathematisch formalen, abstrakten, als auch einer anwendungsbezogenen praktischen Arbeitsweise voraus. Der Studienbewerber sollte Interesse am Umgang mit Hard- und Software von Rechnern haben. Spezielle Programmierkenntnisse werden nicht vorausgesetzt. Sind keine Programmierkenntnisse vorhanden, wird der Besuch des Programmiervorkurses dringend empfohlen. Gute Kenntnisse der englischen Sprache erweisen sich im Laufe des Studiums der Informatik als unentbehrlich, da ein Großteil der Fachliteratur (Lehrbücher, Zeitschriften, technische Dokumentationen, …) nur in englischer Sprache verfügbar ist. Die Arbeit eines Informatikers erfolgt häufig im Rahmen größerer Gruppen. Es sollten deshalb die Bereitschaft und Fähigkeit zur Teamarbeit vorhanden sein.

Die Zulassung zum Studium setzt eine Allgemeine Hochschulreife (Abitur) voraus. Die Vergabe der Studienplätze unterliegt an der BTU Cottbus keinen Zulassungsbeschränkungen, man kann sich also direkt an der BTU Cottbus bewerben. Die Studienaufnahme ist nur zum Wintersemester möglich. Der Studiengang wird zum Wintersemester 2008/09 letztmalig angeboten. Danach werden nur mehr die Bachelor- und Master-Studiengänge angeboten, die aus dem Diplom-Studiengang hervorgegangen sind.

Das Studium wird mit dem akademischen Grad „Diplominformatiker(in)“ abgeschlossen.

Aufbau des Diplom-Studiengangs

Der Diplom-Studiengang Informatik hat eine Regelstudienzeit von zehn Semestern und gliedert sich in ein zweijähriges Grund- und ein dreijähriges Hauptstudium. Das Grundstudium dient der Vermittlung der für das Fach notwendigen grundlegenden Kenntnisse, Techniken und dem Kennen lernen der Hilfsmittel. Das Hauptstudium hingegen vertieft die Kenntnisse entsprechend den Neigungen und Interessen der Studierenden und bereitet auf die abschließende Diplom-Arbeit vor.

Grundstudium (1.- 4. Semester)

Themengebiete im Grundstudium sind:

  • Grundlagen der Informatik: Programmier-Fähigkeiten in kleinen Programmen und größeren Softwaresystemen, Konzepte von Betriebssystemen mit integrierter Prototyp-Entwicklung, einfache Algorithmen und Daten-Strukturen

  • Grundlagen der Mathematik: Konzepte und Beweise in Analysis, Algebra, Analytischer Geometrie, Logik und Kombinatorik

  • Theoretische Informatik: Entscheidbarkeit von Fragestellungen, Lösbarkeit und Schwierigkeit von Problemen, Compilerbau, Programmiersprachen-Konzepte, effiziente Algorithmen

  • Praktische Informatik: Arbeitstechniken, Entwurf von Datenbanken und ihre interne Funktionsweise, Kommunikationsprotokolle und Standards für Webanwendungen und Netzwerke, Modellierung großer Software, Verifikation und Daten-Analyse

  • Angewandte Informatik: Kommunikation zwischen Software-Komponenten, Prozessorarchitektur, Schaltungsentwurf, interne Konzepte für Betriebssysteme, verteilte und parallele Systeme

  • Durch Praktika (Programmier-, Digital- und Softwarepraktikum) sowie Proseminare wird die praktische Umsetzung des erworbenen Wissens geübt und dabei auch weitere „weiche“ Fähigkeiten (Softskills), wie zum Beispiel Team- und Kommunikationsfähigkeit, sowie Präsentationstechniken, trainiert

  • Anwendungsfach: Durch die Ausbildung in einem Anwendungsfach soll der Studierende grundlegende Aufgabenstellungen und Vorgehensweisen eines Anwendungsgebietes der Informatik kennen lernen. Das Ziel ist, die Möglichkeiten der Informatik zur Lösung wissenschaftlicher Probleme anderer Gebiete zu studieren. Er soll dabei auch die Zusammenarbeit mit Vertretern anderer Disziplinen lernen und das Verständnis für andere Wissensgebiete vertiefen. Mögliche Anwendungsfächer sind Mathematik, Physik, Chemie, Elektrotechnik und Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen, Recht, Bauingenieurwesen.

  • Das fachübergreifende Studium dient der humanistischen und sozialen Allgemeinbildung, die von einem Akademiker erwartet wird.

Damit alle Studierenden nach dem Grundstudium über ein einheitliches Basiswissen verfügen, besteht dieser Studienabschnitt im Wesentlichen aus Pflichtmodulen.

Hauptstudium (5.-10. Semester)

Im Hauptstudium erweitern die Studierenden ihr Basiswissen und spezialisieren sich auf ein Gebiet der Informatik, welches ihren Neigungen und Interessen besonders entspricht und auf den späteren beruflichen Einsatz vorbereitet. In Praktika und Seminaren wird eigenständiges Arbeiten, wie zum Beispiel Literaturrecherchen, Schreiben von wissenschaftlichen Texten und Umsetzen von Softwareprojekten, geübt. Insbesondere ist hier die Studienarbeit zu nennen, bei der der Studierenden schon in die aktive Forschung der Lehrstühle einbezogen wird.

Um eine Breitenausbildung abzusichern, wählt der Studierende grundlegende und vertiefende Module aus jeder der folgenden drei Säulen und spezialisiert sich in einer, in der dann auch die Diplom-Arbeit geschrieben wird. Potentielle Betreuer der Diplomarbeit helfen gerne bei der Auswahl der relevanten Module. Das Hauptstudium zeichnet sich aus durch eine große Flexibilität im Studium bei der Wahl von Lehrveranstaltungen. Das Anwendungsfach und das Fachübergreifende Studium werden im Hauptstudium fortgeführt.

Zusätzlich hat der Studierende als Teil seines Universitätsstudiums ein zusammenhängendes Berufspraktikum von 20 bis 26 Wochen in einer universitätsfremden Einrichtung zu absolvieren. Es dient der Anwendung und Erprobung des gelernten Stoffs in einem für die Berufspraxis des Informatikers typischen Umfeld. Durch dieses Berufpraktrikum ergeben sich häufig berufliche Perspektiven, häufig finden sich dabei auch Themen für eine Diplomarbeit, die dann in Kooperation mit er BTU bearbeitet werden kann.

Mit der abschließenden, sechsmonatigen Diplomarbeit zeigt der Studierende, dass er in der Lage ist, innerhalb einer vorgegebenen Frist ein Problem aus seinem Fach selbständig nach wissenschaftlichen Methoden zu bearbeiten. Die Diplomarbeiten sind durchgehend in die Forschungsaktivitäten der Lehrstühle integriert.

Die drei Säulen des Informatik-Studiums an der BTU sind:

Grundlagen der Informatik:

  • Theoretische Grundlagen zu algebraischen und logischen Konzepten, Ersetzungssystemen, Automaten, Programmen, nebenläufigen Prozessen, Netzen, Kompliziertheit;

  • Algorithmische Grundlagen zu Datenstrukturen, Entwurf und Analyse von Algorithmen, Verifikation, Kryptographie, Signalverarbeitung, Arithmetik;

  • Programmiersprachliche Grundlagen zu Semantik, Compilertechnik, Spezifikation, algebraischer, funktionaler und logischer Programmierung.

Praktische Informatik:

  • Datenbanken und Informationssysteme mit Modellierung, Datenbanksprachen, Sicherheitskonzepten, Föderierten Datenbanken, Wissensbanken, Implementierungen;

  • Grafische Systeme mit Grafikalgorithmen, geometrischen Transformationen, algorithmischer Geometrie, Grafik-Hardware, grafischer Simulation;

  • Entwurfsmethoden und –werkzeuge mit der Entwurfsmethodik für große Systeme, Spezifikation, Simulation und Verifikation, automatischer Synthese, Hardware/Software-Codesign, systematischer Systementwurf, Fehlertoleranz und Softwarezuverlässigkeit.

Angewandte und technische Informatik:

  • Verteilte Systeme mit Leistungsbewertung, Modellierung, Nebenläufigkeit, Client-Server-Systeme, Verteilungsplattformen, Transaktionssysteme;

  • Multimediale Dienste mit Videokonferenzen, interaktives Fernsehen, Computer Cooperative Work;

  • Hardware mit Halbleiter, Integrationstechniken, Schaltungsentwurf, Rechnerarchitektur, Fehlerverhalten, Zuverlässigkeit, Testbarkeit;

Rechnerbasierte Systeme mit eingebetteten Hardware/Software-Systemen, digitale Signalverarbeitung, Realzeitsysteme; Rechnernetze und Kommunikationssysteme mit Architektur und Standards, Protocol Engineering, Hochleistungskommunikation.


Tätigkeitsfelder

Wenn der Studierende mit dem Diplom-Abschluss nach fünf Jahren die Uni verlässt, stehen seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt außerordentlich gut. Zahlreiche Analysen belegen den Bedarf an Universitätsabsolventen, die für den rasant expandierenden IT-Bereich adäquat ausgebildet sind. Als Diplom-Informatiker gehört man zu den Fachexperten mit Universitätsabschluss, denen man am ehesten zutraut, die vielfältigen komplexen Sachverhalte zu bewältigen und auf den ständigen Wandel der Anforderungen in der zukünftigen Informationsgesellschaft genügend flexibel reagieren zu können.

Als potentielle Arbeitgeber kommen regionale und überregionale Hard- und Softwarefirmen in Frage, aber auch Verwaltungen und öffentlicher Dienst.

Mögliche Arbeitsfelder sind:

  • Forschung und Entwicklung von Hard- und Software

  • Mikroprozessor und Chip-Design

  • Entwicklung und Testen von Steuerungssystemen in der Luft- und Raumfahrt und Fahrzeugindustrie

  • Kommunikationssysteme und Netzwerksicherheit

  • Organisation und Durchführung von IT-Projekten

  • Qualitätssicherung in der Informationstechnik, Softwareanalyse

  • Consulting und Systemberatung

Eine weitere wissenschaftliche Karriere ist durch Forschung an einer Hochschule oder anderen Forschungsinstituten (z.B. Fraunhofer-Gesellschaft, IHP – Institut für innovative Mikroelektronik) möglich. Der Diplom-Abschluss qualifiziert zum Promotion im naturwissenschaftlichen Bereich. Viele bisherigen Absolventen haben diesen Weg schon erfolgreich beschritten.

 

Besonderheiten

Der Diplom-Studiengang wird seit 1992 erfolgreich an der BTU angeboten. Die BTU Cottbus bietet als eine junge Universität eine Reihe nicht zu unterschätzender Vorzüge:

  • Sie ist eine überschaubare, kleine Universität mit einem guten, persönlichen Verhältnis zwischen den Lehrenden und Studierenden. Hier gibt es keine anonymen Massenveranstaltungen!

  • Die Arbeit in kleinen Gruppen fördert die Kommunikations- und Teamfähigkeit.

  • Als junge, wachsende Universität ist die BTU Cottbus auch in Hinsicht auf ihre technische Ausstattung (z.B. flächendeckendes W-LAN) und Bibliotheken (z.B. Zugriff auf elektronische Zeitschriften oder Konferenzberichte) auf dem neuesten Stand.

  • Ganz selbstverständlich sind die Studierenden in die aktive Forschung der Lehrstühle einbezogen. Damit kann man als studentische Hilfskraft auch einen Job bekommen, der zur Finanzierung des Studiums wesentlich beiträgt. Sie bekommen dann den neusten Wissensstand aus erster Hand und werden noch dafür bezahlt!

  • Die Ausbildung an der BTU ist grundsätzlich praxisnah: Die Mitarbeit in Projekten oder das Industrie-Praktikum bringt oft schon den Einstieg beim zukünftigen Arbeitgeber.

  • Die BTU mit Ihrer Vielfalt an internationalen Beziehungen eröffnet den Studenten die besten Chancen, Auslandserfahrungen zu sammeln, die im Zug der Globalisierung der Wirtschaft immer größere Bedeutung erlangen werden.

Weitere Informationen:

 http://www.informatik.tu-cottbus.de/studium