Forschungsprofil

Wie die Lehre, ist auch das Forschungsspektrum des Lehrstuhls Bautechnikgeschichte zwischen den Polen "Historische Analyse und Bewertung" und "Ingeniöse Analyse und Behandlung historischer Bauten" aufgespannt. Der Schwerpunkt liegt jedoch bei ersterem und Themen der Tragwerksertüchtigung werden nur am Rande behandelt.
Die historischen Fragestellungen betreffen die Prozesse ebenso wie die Produkte, das Konstruieren ebenso wie die Konstruktionen. Im Mittelpunkt stehen vor allem Interaktionen zwischen Konstruktion, Wissenschaft, Architektur und Kunst sowie Geschichte und Geschichtlichkeit von Selbstverständnis und Haltungen des Bauingenieurs als Grundlage für eine historisch fundierte Kritik und Bereicherung heutiger Konstruktionspraktiken.
Entwicklungsgeschichtlich liegt das Hauptaugenmerk auf der industriell geprägten Konstruktions- und Baugeschichte vornehmlich des 19. und 20.Jahrhunderts und ihren Bauten. Materialtechnische Schwerpunkte sind der Eisen-, Stahl- und Stahlbetonbau sowie historische Ziegelproduktionsweisen. Einen regionalen Akzent markiert der Raum Berlin-Brandenburg; Projekte lagen hier bisher insbesondere in den Bereichen der technischen Denkmäler und der Industriearchäologie.
Methodische Eckpfeiler sind neben der allgemeinen Literatur- und Quellenarbeit die Techniken und Arbeitsweisen der auf die ingeniösen Fragestellung übertragenen historischen Bauforschung (Archivarbeit, in-situ-Untersuchungen, Konstruktive Bestandsaufnahmen mit möglichst minimal-invasiven Methoden) sowie die statisch-konstruktive Analyse.