Untersuchungen zur Rissausbildung in Verpresskörpern um die Zugglieder von Gewinde-Einstabankern S 670/800

In der Geotechnik werden Stabstähle verschiedener Durchmesser mit unterschiedlichen Gewinden eingesetzt. Die Stähle dienen als Tragglieder für Einstabanker, Verbundpfähle sowie Boden- und Felsnägel. In Deutschland sind Gewindestäbe der Reihe BSt 500/550 S GEWI und S 555/700 seit Langem allgemein bauaufsichtlich zugelassen. Der Stab mit dem größten Durchmesser 63,5 mm kann Gebrauchslasten von 1 004 kN (Zug oder Druck) übernehmen. Um den Anwendungsbereich der Stabstähle in der Geotechnik zu erweitern, wurden vom Stahlwerk Annahütte Max Aicher GmbH & Co. KG, Am-ring, neue Tragglieder mit aufgewalztem Gewinde in der Stahlgüte S 670/800 entwickelt.
Wenn die Tragglieder auf Zug beansprucht werdenund nur einen einfachen Korrosionsschutz in Form der Zementstell-ihüllc des Verpresskörpers besitzen, kommt der Anzahl der entstehenden Risse und der Rissweite besondere Bedeutung zu. Um den Korrosionsschutz durch das alkalische Milieu des Zementsteins zu gewährleisten, dürfen die Rissweiten nicht zu groß werden. Um den Einfluss der Stahldurchmesser und Verpresskörperdurchmesser auf die Rissbildung bei dem neuen Stahl zu untersuchen, wurde in insgesamt 18 Zugversuchen die Entwicklung der Risse in den Verpresskörpern an der BTU Cottbus systematisch untersucht. Die Risse wurden unter Gebrauchslast mit Kunstharz injiziert, um Informationen über die Rissweiten auch im Inneren der Verpresskörper zu erhalten. Die Versuche und Versuchsergebnisse werden in diesem Bericht dargestellt.

Susanne Adler
Florian Stützet
Lutz Wichter
Nils Wienberg

geotechnik 29 (2006) Nr. 4