Projekte
Pressarbeiten beim Bauvorhaben "Erweiterungsbau Arbeitsamt Berlin-Mitte"
Im Zuge des Erweiterungsbaus des Arbeitsamtes Berlin-Mitte kam es während des benachbarten Baugrubenaushubes zu Setzungen des Bestandgiebels. Zum Zwecke dessen Ertüchtigung wurden zwei 32 m lange Pfahlfundamente aus 6 bzw. 8 GEWI 63,5-Einzelpfählen errichtet, auf die zwei Drittel der Gebäudelast umgeleitet werden sollten. Der Lehrstuhl für Bodenmechanik und Grundbau / Geotechnik wurde damit beauftragt, Pressarbeiten unter den Kellerwandscheiben zur Vorbelastung der Pfahlfundamente und späteren Gebäudelastumlagerung sowie die begleitenden Messungen durchzuführen. Dazu wurden zwei Leichtbau-Hochlast-Flachzylinder vom Typ ZERK 675.1 (Eberspächer GmbH) auf jeweils eine Pfahlkopfplatte aufgebaut. Das Belastungsprogramm wurde nach den Vorgaben der anwesenden Sachverständigen ausgeführt. Nach einer einmonatigen Vorbelastung wurden die primären Setzungen der Pfähle erzwungen, so dass der Hohlraum zwischen den Kellerwandscheiben und den Pfahlkopfplatten mit Injektionsharz verfüllt und das Gebäudegewicht nach einer Erhärtungszeit des Harzes auf die neue Fundamente umgeleitet werden konnte. Dabei handelte es sich um Lasten von ca. 3,5 MN je Pfahlkopfplatte. Nach ca. einem Jahr nach dem Abschluss der Arbeiten wurde zur Überprüfung der in der Injektionsharzfuge vorhandenen Kräfte ein Abhebeversuch durchgeführt. Es stellte sich heraus, dass der Lastabfall ca. 30% betrug. Die Pfahlfundamente wurden erneut mit dem entsprechenden Lastanteil überbelastet und anschließend mit dem Injektionsharz verpresst. Während des gesamten Zeitraumes und nach anschließend erfolgten Messungen konnten keine weitere Setzungen des Bauwerkes festgestellt werden, so dass die Sanierungsmaßnahme als erfolgreich angesehen werden kann.
Belastungsversuche an einer Bewehrte-Erde-Stützkonstruktion aus Florwand- Betonformsteinen
Ziel der
SF-Kooperation GmbH, Bremen ist es, mit ihren Böschungssteinen in Verbindung mit Geogittern Stützkonstruktionen zu errichten. Dabei sollen die Geokunststoffe in den Lagerfugen der Wand eingelegt werden und ausschließlich über Reibung Kräfte aufnehmen. Der Lehrstuhl für Bodenmechanik und Grundbau / Geotechnik hatte Belastungsversuche an einer mit den Geogitter vom Typ polyfelt.Rock GX 35/35 (
Polyfelt Ges.m.b.H., Linz) armierten Stützwandkonstruktion aus Florwand-Steinen durchgeführt.
Die 4 m hohe Stützwand wurde in der Versuchsanlage des Lehrstuhls aufgebaut und mit 9 Lagen Geogitter rückverhängt. Die Belastung erfolgte durch eine Linienlast. Zur Messung der Deformationen der Wand wurden drei unabhängige Messsysteme verwendet. Zusätzlich wurde die relative Bewegung der Geogitter in der Lagerfuge gemessen.
Die Belastungsversuche ergaben neue Erkenntnisse über das Verformungsverhalten der mit Geotextilien bewehrten Stützwandkonstruktionen.



