Forschung
Die Forschung am Lehrstuhl Landschaftsplanung und Freiraumgestaltung thematisiert die Region und Stadt aus der Perspektive der Landschaft und der Freiräume. Es wird der Frage nachgegangen wie durch die Profilierung und Gestaltung der Kulturlandschaften und der urbanen Freiräume Regionen und Städte nachhaltig gestärkt werden können. Mit Freiraum Stadt machen, mit Landschaft ländliche Regionen stärken, steht somit in Mittelpunkt der Forschungen.
Folgende Forschungsfelder und -fragen werden behandelt:
Prozesse
Freiraumproduktion hat sich verändert. Es ist in der Regel nicht mehr allein der Gartenarchitekt, der den großen Entwurf macht. Freiraumproduktion ist eingebunden in umfassende Prozesse. Wer sind die Akteure? Welche neuen Entwurfsstrategien und Kooperationsformen werden benötigt? Welche Verfahren müssen zur Gestaltung der Städte neu entwickelt werden? Wie können die Anforderungen der Umweltschutzes und Klimaanpassung mit den baukulturellen Zielen der Stadtgestaltung und Entwicklung der ländlichen Räume verknüpft werden.
Transformation
Der demografische und wirtschaftliche Wandel führt dazu, dass bestimmte Stadträume, Infrastrukturen und devastierte Landschaften nicht mehr benötigt werden. Der ländliche Raum wird leerer und gleichzeitig als Energielandschaft monostruktureller. Häufig sind intakte Landschaften, saubere Luft und reine Gewässer die Rettungsanker für neue Zukunftsperspektiven in diesen Räumen. Die neuen Leerräume, Brachen oder Möglichkeitsräume müssen neu bestimmt werden. Aber wie? Welche Zukunftsaufgaben übernehmen sie (Klimaschutz, Raum zum Selbermachen, Ernährung in der Stadt, Wildnis, Energie)? Wie lassen sie sich transformieren, welche Rolle und Position nimmt die Freiraumgestaltung in diesen Prozessen ein?
Bändigung
Großinfrastrukturen wie Straßen, Gleise, Brücken, Kanäle, Deiche, Hochspannungsleitungen und Windparks prägen unsere Landschaften. Keiner will diese vor seiner Tür haben, aber jeder will sie nutzen. Wie lassen sich diese Großstrukturen mit ihren innewohnenden Gesetzmäßigkeiten und Eigenlogiken bändigen? Das bedeutet auf keinen Fall weggrünen, sondern ein Verstehen der Eigenlogiken, ein aktiver Umgang mit ihnen und eine gestalterische Intervention, die der Maßstäblichkeit der großen Infrastrukturen angemessen ist.
Ressourceneffizienz
Ressourcen, ob Natur, Fläche, Personal oder Finanzen, sind knapp. Zukünftige Stadtentwicklung muss daher hoch effizient sein. Städte und Freiräume sind damit nicht nur Orte des Wohnen, Arbeiten und Leben sowie Kulturgut, sondern werden zu Kraftwerken, die Energie abgeben, Wasser rückhalten und so die Stadtinfrastruktur entlasten und für die Kühlung der Stadt im Klimawandel sorgen. Die Freiräume werden mehrdimensionaler und multicodierter, nehmen eine Vielzahl an Interessen in der Stadt auf. Wie kann in den Innenstädten und Verdichtungsräumen mit Flächenkonkurrenzen das Nebeneinader von bisher separierten Nutzungen mehrfach überlagert werden? Wie sehen die ressourceneffizienten Städte und die klimaangepassten ländliche Räume aus, wie sind diese zukünftig zu gestalten? Welche neuen Entwurfsstrategien werden notwendig?
Verstetigung
Ein Zukunftsthema ist die nachhaltige Unterhaltung und Pflege der Freiräume in den Städten. Einfach weniger machen, weil die Mittel knapp sind, ist nicht die Lösung und führt zu einem nachhaltigen Wertverlust. Gesamtstädtische Konzepte und Schwerpunktsetzungen sind notwendig, um zu wissen, wo Freiräume vereinfacht, profiliert oder verwildert werden. Kooperationen, Koproduktionen und das Selber machen von Freiräumen erfordern neue Strategien zwischen öffentlicher Hand und der Stadtgesellschaft. Welche Konzepte zukunftsweisend sind, werden noch zu entwickeln sein.
Diese Fragestellungen werden in Kooperation mit anderen Lehrstühlen und Fachdisziplinen erarbeitet.
