Das Kohlebahnnetz der LAUBAG
Die
Lausitzer Braunkohle AG (LAUBAG) * betreibt zwischen Jänschwalde im Norden und Boxberg im Süden ein eigenes Eisenbahnnetz. Dieses Netz hat die Regelspurweite und ist mit 2400 Volt Gleichstrom elektrifiziert. In den Bahnhöfen Peitz-Ost und Spreewitz bestehen Anschlüsse an das Netz der DB AG. Die zulässige Streckenhöchstgeschwindigkeit beträgt 50 km/h, die maximale Achsfahrmasse 25 t.
*: Anfang des Jahres 2003 wurde die LAUBAG mit anderen ostdeutschen Energieunternehmen zur Vattenfall Europe AG zusammen geschlossen. Da die Beschreibungen auf dieser Internetseite einen Zustand vor dieser Fusion schildern, wurde die herkömmliche Bezeichnung beibehalten.
Übersichtskarten
In den folgenden Karten sind die von der LAUBAG betriebenen Strecken farbig gekennzeichnet. Die Karten werden in einem neuen Fenster geöffnet!
Übersicht LAUBAG-Netz (ca. 455 kB)
Bereich Jänschwalde (ca. 160 kB)
Bereich Schwarze Pumpe (ca. 204 kB)
Bereich Boxberg (ca. 161 kB)
Im LAUBAG-Netz werden folgende Transporte abgewickelt (Stand Sommer 2002):
- Kohle vom Tagebau Welzow-Süd zum Kraftwerk Schwarze Pumpe mit Pendelzügen gebildet aus 1 El2 und 16 84-m³-Kohlewagen.
- Kohle vom Tagebau Welzow-Süd zum Kraftwerk Jänschwalde mit Pendelzügen gebildet aus 1 El2 und 16 84-m³-Kohlewagen.
- Kohle vom Tagebau Welzow-Süd zur Anschlussbahn Spreewitz mit Pendelzügen gebildet aus 1 El2 und 12 Ea-Wagen der DBCargo, wobei jeweils drei dieser Pendeleinheiten zu einem Ganzzug gebildet nach Königs Wusterhausen gefahren werden.
- Ton vom Tagebau Welzow-Süd zur Deponie beim Tagebau Jänschwalde mit Pendelzügen gebildet aus 1 El2 und 16 40-m³-Einseitenkippwaggons.
- Asche und Gips von den Kraftwerken Schwarze Pumpe und Boxberg zur Deponie beim Tagebau Nochten.
- Kalkstein von der Anschlussbahn Spreewitz zu den Kraftwerken Schwarze Pumpe und Boxberg.
- Kohle von den Tagebauen Jänschwalde und Cottbus-Nord zum Kraftwerk Jänschwalde.
- Asche und Gips vom Kraftwerk Jänschwalde zur Deponie beim Tagebau Jänschwalde.
- Kalkstein von der Anschlussbahn Peitz-Ost zum Kraftwerk Jänschwalde.
- In jeweils entgegen gesetzter Richtung fallen Leerfahrten an.
Eisenbahntechnische und betriebliche Besonderheiten
Auf dem zweigleisigen Abschnitt zwischen dem Tagebau Welzow-Süd und Spremberg-Pulsberg wird im Regelbetrieb links gefahren. Alle Kohlependel werden in die Verladeanlage am Tagebau Welzow-Süd geschoben. Über das Gleisdreieck westlich der Tagesanlagen des Tagebaues müssen deshalb alle Kohlependel, die in Regeltechnologie den Kohlebunker des Kraftwerkes Schwarze Pumpe verlassen und alle Wagengruppen für den Kohleversand nach Königs Wusterhausen wenden.
Alle Zugfahrten auf der Kohleverbindungsbahn von und nach Jänschwalde müssen gezogene Wagenzüge sein. Deshalb benutzen alle beladenen Kohlependel sowie die Tontransporte nach Jänschwalde die Umfahrung des Kohlebunkers in Schwarze Pumpe. Alle Kohlependel sowie die Tontransporte, die als Leerfahrten aus Richtung Jänschwalde kommen, wenden im Gleisdreieck bei Pulsberg und befahren als geschobene Züge den zweigleisigen Streckenabschnitt Richtung Tagebau Welzow-Süd.
Bei geschobenen Zügen ist die Zugspitze unbesetzt, der Lokführer bleibt auf der Lok. Damit die Zugspitze nicht über Halt-zeigende Signale geschoben wird, stehen im Abstand der Regelzuglänge Zwischensignale vor den Hauptsignalen, die dem Lokführer durch gelbes Licht ein Halt-zeigendes Signal anzeigen.
Die Züge von und zum Tagebau Welzow-Süd werden mittels einer dynamischen Gleiswaage gewogen. Die Waage befindet sich in dem Abschnitt, der parallel zur Straße Haidemühl - Spremberg verläuft. Die Züge fahren dort mit ca. 10 km/h über ein Gleisstück mit mehreren fest gelagerten Schwellen. An diesen Schwellen wird die Durchbiegung der Schiene gemessen und daraus das Gewicht der Achse ermittelt. Aus der Differenz zwischen Leer- und Vollfahrt kann die gelieferte Kohlemenge berechnet werden.
Der gesamte Zugverkehr wird von der Betriebsleitzentrale in Schwarze Pumpe gesteuert. Hier werden fast alle Signale und Weichen gestellt und überwacht, bis auf wenige nicht angeschlossene Rangierbereiche (z.B. in den Deponien und in den Tagebauen).




