(14.12.2011) Forschungskolloquium

Daniele Behnke + Daniel Wolff "Conservation Management Plan für die Denkmallandschaft Peenemünde"

Peenemünde, ein Ort der mit gewissen Mythen verbunden ist. Mythen der so genannten Vergeltungswaffen, die in den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges den vermeintlichen Endsieg bescheren sollten. Mythen einer Technologieentwicklung, die seinerzeit alles bis dahin gekannte in den Schatten stellte und Peenemünde daher oft als Wiege der Raumfahrt bezeichnet wird. Gleichzeitig war Peenemünde auch ein Ort der Unterdrückung in dem Tausende von Fremd- und Zwangsarbeiter für die Entwicklung der Rakete und deren benötigter baulicher Anlagen bis zur physischen Vernichtung arbeiteten. Und doch ist es ein Ort, der bis in die Gegenwart aufgrund verschiedenster Faktoren nicht vollständig dokumentiert und aufgearbeitet werden konnte. Trotz alledem ist Peenemünde seit den 1990er Jahren ein Besuchermagnet für jährlich gut 200.000 Touristen der Insel Usedom. Die Militärgeschichte unterschiedlichster Zeitschichten macht Peenemünde so interessant und fordert dadurch eine denkmalpflegerische und archäologische Aufarbeitung, die in diesem Maß bis heute nicht stattgefunden hat.

Der Vortrag gibt einen Einblick in  den Conservation Management Plan Peenemünde der vom Lehrstuhl Denkmalpflege der BTU-Cottbus im Zeitraum vom Oktober 2010 bis November 2011 entwickelt wurde und den verantwortlichen Institutionen, wie dem Historisch- Technischen Museum Peenemünde sowie dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg Vorpommern als Leitfaden im Umgang mit dem Gesamtdenkmal dienen soll.

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