Grabung Gotthardsberg - Foto: Archäologisches Spessartprojekt 2010

(13.12.2011) Vortragsreihe-IBK

Harald Rosmanitz, M. A. - "Erst Burg, dann Kloster. Die Grabungen auf dem Gotthardsberg (Landkreis Miltenberg) 2010/11"

Am Dienstag, den 13.Dezember 2011, 19:15 Uhr findet im ZHG der BTU Cottbus, Hörsaal B, der vierte Vortrag der IBK-Reihe im WS 2011/12 statt.

Eingeladen ist Harald Rosmanitz, M. A., seit 2004 Projektleiter "Archäologie" des Archäologischen Spessartprojekts in Aschaffenburg. Harald Rosmanitz studierte Kunstgeschichte, Ur- und Frühgeschichte sowie Mittelalterliche und Neue Geschichte an den Universitäten von Heidelberg und Karlsruhe. Nach Tätigkeiten als Museumspädagoge und –leiter übernahm er die Leitung des Europäischen Koordinationsbüros "Pathways to Cultural Landscapes. Als NGO-Vertreter wirkt er bei der Implementierung der Europäischen Landschaftskonvention (Konvention von Florenz) mit. Er ist Redakteur und Webmaster der Websites www.furnologia.de und www.spessartprojekt.de. Die Grabungen auf dem Gotthardsberg bei Amorbach sind Teil des Archäologischen Spessartprojekts. Sie dienen der Schaffung einer Planungsgrundlage für die substanzerhaltende touristische Erschließung des geschichtsreichen Orts innerhalb der Kulturlandschaft Spessart. Sie integrieren außerdem die lokale Bevölkerung in vielen Freiwilligenkampagnen in die Forschung. Der Gotthardsberg wurde um 1168 erstmals als Burgstelle erwähnt, die in selben Jahr auf Geheiß Kaiser Friedrich I. geschleift wurde. Vom 13. bis zum 15. Jahrhundert ist der Ort als Frauenkloster überliefert. Die Gebäude brannten in den Bauernkriegen nieder, eine Reaktivierung zu Beginn des 17. Jahrhunderts scheiterte am Dreißigjährigen Krieg. Die Grabung förderte fünf Nutzungshorizonte mit zahlreichen Baufragmenten und Artefakten zutage, von denen der erste (11.–12. Jahrhundert) das bedeutende Bruchstück einer Porphyrplatte enthielt. Was ursprünglich als Beitrag zur Erforschung der Regionalgeschichte gedacht war, lässt weit darüber hinausgehende Verbindungen erahnen. Die salierzeitliche Burg mit ihrer mächtigen Kirche zeigt ebenso wie das hochherrschaftliche Fundgut, dass der Anlage ein bislang nicht erkannter, hoher Stellenwert zukam. Der Lehrstuhl Baugeschichte der BTU ist seit 2010 in Kooperation an den Forschungen beteiligt, insbesondere mit der Erkundung der dreischiffigen Pfeilerbasilika. Das derzeit laufende Masterseminar "Mittelalterliche Pfeilerbasiliken" unter der Leitung von Dr.-Ing. des. Bernhard Flüge führt die Voranalyse der romanischen Gebäudeteile mit einer aus den Studiengängen Bauen und Erhalten sowie Architektur zusammengesetzten Studierendengruppe fort.

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