Deutsche Mispel (Mespilus germanica); Foto: R. Grube

Deutsche Mispel

Mespilus germanica

Rosaceae (Rosengewächse)

Die ursprüngliche Heimat der Deutschen Mispel liegt wahrscheinlich in Vorderasien und Südeuropa. Die Artbezeichnung »germanica« beruht auf einem Irrtum LINNÉs, der Deutschland für das Herkunftsgebiet hielt. Seit der Antike ist sie auch in Mitteleuopa in Kultur genommen worden, heute jedoch kaum noch als Obstbaum anzutreffen. Stellenweise ist sie in den ehemaligen Anbaugebieten verwildert.

Die Deutsche Mispel ist ein sommergrüner, bis zu 5 m hoher, wenig verzweigter Strauch oder Baum. Die radiärsymmetrischen, zwittrigen Blüten verfügen über fünf weiße bis roséfarbene Kronblätter und ebensoviele Kelchblätter. Die Blütezeit liegt im Mai und Juni; bis Oktober und November reifen dann die Früchte, die sich als fünfsamige Steinfrüchte (je ein Steinkern pro Same) charakterisieren lassen. Die Kelchblätter bleiben an der Frucht erhalten.

Wegen des hohen Gehaltes an Tanninen und Fruchtsäuren sowie des sehr harten Fruchtfleisches lassen sich Mispelfrüchte erst nach längerer Lagerung oder nach Frosteinwirkung genießen. Hohe Tanningehalte sind ebenfalls in den Blättern und in der Borke zu finden, die deshalb zum Gerben benutzt wurden.

Erst 1990 wurde im US-Bundesstaat Arkansas mit Mespilus canescens eine zweite Art der bisher monotypischen Gattung entdeckt.