Heiße Forschung: Vulkane und ihr Innenleben (7.-12. Klasse)

14 Uhr, ZHG, Hörsaal B

Dr. Thomas Walter
Deutsches GeoForschungsZentrum

Veränderungen des Innenlebens von Vulkanen und somit mögliche neue Eruptionen deuten sich oftmals schon Wochen oder Monate vorher an. Die Hebung, Senkung oder seitliche Verschiebung des Erdbodens wird seit weit über 100 Jahren mit präzisen Methoden vermessen. Insbesondere an Vulkanen gehört die Messung der Versatzbeträge zu den wichtigsten Methoden der Gefährdungsabschätzung und Frühwarnung.
Erste Ansätze der Deformationsmessung zur Überwachung der vulkanischen Aktivität gingen wohl von Italien, den USA und Japan aus.
Längenmessungen wurden beispielsweise an Hawaii erfolgreich in den 1960er Jahren durchgeführt, und erlaubten eine Hebung des Vulkanes kurz vor Eruptionen zu erkennen. Über die Deformationsmessung war somit ein wichtiger Aktivitätsparameter zur Vorhersage von Eruptionen gefunden!
Anfang der 1990er Jahre erlebte die Deformationsmessung einen weiteren Durchbruch mit der Einführung satellitengestützter Verfahren. Das am besten bekannte ist hier das Global Positioning System (GPS), welches mittlerweile auf multiplen Frequenzen sehr weitreichende Korrektur und Kartiermöglichkeiten erlaubt. Neuere Satelliten senden überdies Radarsignale aus, die am Grund reflektiert und wiederum am Satelliten gemessen werden können. Bei wiederholten Überflügen können somit Veränderungen des Radarsignals erkannt werden. Wölbt sich der Erdboden nur wenige Zentimeter auf, so wird das Radarsignal bereits früher zurückkehren. Diese Methodik der Interferometrie elektromagnetischer Wellen erlaubt nicht nur Deformationen an Vulkanen und Erdbebenzonen detailliert zu erkennen, sondern sogar über Computersimulationen abzuschätzen in welcher Tiefe sich Magmen ansammeln und welche Spannungen sich in der Erdkruste aufbauen. In dieser Veranstaltung werden verschiedene Beispiele Europäischer Regionen erläutert, unter anderem aus Istanbul, vom Vesuv oder dem Ätna.