Meilensteine
Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus (BTU Cottbus) steht wie alle anderen Hochschulen vor der Herausforderung, dass die Zahl der einheimischen Studierenden rückläufig ist, während sich gleichzeitig der Fachkräftebedarf erhöht. Dem wird zwar teilweise mit der Einführung englisch-sprachiger Kurse begegnet, um vermehrt Studierende aus dem Ausland zu gewinnen, gleichzeitig stellt sich die Hochschule weitergehend nicht auf Vielfalt ein. Weder lernen Studierende als zukünftige Führungskräfte, wie angemessen mit Vielfalt umgegangen werden kann, noch werden vermehrte Anstrengungen unternommen, die Bindung an die Region zu verstärken, die ausgebildete Kräfte sucht, oder Betriebe für Öffnungsprozesse zu qualifizieren. Mittels Maßnahmen wie zur Sensibilisierung und Kompetenzerweiterung von Führungskräften und Belegschaft soll ein erster wichtiger Schritt zum Diversity Management eingeleitet werden.
Die BTU Cottbus wird als Einrichtung des Öffentlichen Dienstes und als Brandenburgische universitäre Bildungseinrichtung ein zentraler Ort für die Sensibilisierung und die „Bewusstseinsarbeit“ zum Thema Diversity und interkulturelle Öffnung und damit zum Multiplikator integrativen Denken und Handelns. Das geplante Projekt geht über die Sensibilisierung zu Diversity Management hinaus und verfolgt konsequent die zielgerichtete Umsetzung notwendiger Veränderungen mit Hilfe gewonnenen Verständnisses für Vielfalt. Indem Diversity Management zum Führungsansatz und zur unabdingbaren universitären Anforderung sowohl an die künftigen Fach- und Führungskräfte aus Naturwissenschaft und Technik als auch an die Mitarbeitende der BTU Cottbus wird, etabliert sich die Cottbuser Universität als wertvolle „Führungskräfteschmiede“ für die europäische Wirtschaft und erhöht ihre Attraktivität als Arbeitgeber im Herzen Brandenburgs. Als erste Brandenburger Hochschule mit diesem Ansatz übernimmt sie damit eine Vorreiterrolle. Die angestrebten Aktivitäten im Hause des Kooperationspartners Brandenburgische Technische Universität Cottbus sollen erreichen, dass nicht nur die momentan Beschäftigten sich mit dem Thema Diversity auseinandersetzen, sondern auch nachhaltige Instrumente entwickelt werden, die Diversity Management als Führungsansatz und Personalentwicklungskonzept implementieren. Im Sinne von Nachhaltigkeit des Projektes werden zukünftige Führungskräfte Diversity Management als Führungsansatz in der Praxis erleben und als Qualitätsstandard für professionelles Handeln verinnerlichen.
Das Präsidium der Hochschule steht hinter der Zielsetzung Diversity Management einzuführen. Eine erste Einführung ins Thema beim Universitätsjubiläum „dies academicus“ am 11.6.2009 mittels einer motivierenden Auftaktveranstaltung mit dem Diversity Cafè, Campus-TV-Interviews und Quizfragen am Diversity-Glücksrad sowie sich im Verlaufe des Projektes anschließende Arbeit in Fokus- und Themengruppen sollen erreichen, dass sich der Prozess top-down umsetzen lässt. Die Umsetzungsphase Diversity Management in der BTU Cottbus dient der Institutionalisierung der Querschnittaufgabe. Führungskräfte nehmen an Sensibilisierungstrainings teil. Dazu erfolgt ein Aufbau organisationsinterner Strukturen: ein Diversity-Kuratorium (12 Mitglieder) wurde als Begleitgremium gebildet, das geeignete Teilnehmer für die Trainings auswählt und in den Fokusgruppen geplante Maßnahmen zur Förderung von Vielfalt und Toleranz als Entscheidungsträger unterstützt.
1. Chancengleichheit für Frauen und Männer
Situation (Stand Mai 2009):
An der BTU Cottbus studieren über 5.600 Personen, davon sind 35,7 % Frauen.
Es sind ca. 1.150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Der Anteil weiblicher Beschäftigte beläuft sich auf 40,6 %. Die Teilzeitquote liegt bei 38,9 %, der Frauenanteil liegt hier bei 40,3 %.
Von derzeit 95 Professuren sind 15 mit einer Frau besetzt, das entspricht einem Anteil von 15,8 %.
Erfolge:
- Mai 2008 - Prädikat TOTAL E-QUALITY für beispielhaftes Handeln im Sinne einer an Chancengleichheit ausgerichteten Personalführung
- Juni 2009 - Zertifikat zum audit familiengerechte hochschule
- Juni 2009 - positive Bewertung des Gleichstellungskonzeptes der BTU Cottbus als Voraussetzung für die Teilnahme am bundesweiten Professorinnenprogramm
- Juni 2009 - verbesserte Platzierung im bundesweiten Hochschulranking nach Gleichstellungsaspekten, als drittbeste Technische Universität nach der TU Berlin und der TU München
2. Ausländische Studierende und Beschäftigte
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3. Behinderte Studierende und Beschäftigte
Gemeinsam mit der Schwerbehindertenvertretung, dem Beauftragten für Behinderte sowie den Personalvertretungen hat die Dienststelle auf Basis des § 83 SGB IX eine Integrationsvereinbarung für die BTU Cottbus erarbeitet. Diese ist am 24.06.2009 in Kraft getreten.
Die Integrationsvereinbarung findet insbesondere Anwendung auf alle schwerbehinderten und diesen gleichgestellten behinderten Beschäftigten im Sinne des § 2 Abs. 2 und 3 SGB IX sowie alle Beschäftigten in Rehabilitation und Langzeiterkrankte (länger als 6 Monate in Folge erkrankt) der BTU Cottbus. Deren Eingliederung in den Arbeits- und Ausbildungsprozess ist eine wichtige Voraussetzung für ihre gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe am beruflichen und gesellschaftlichen Leben. Mit Hilfe der Integrationsvereinbarung soll die Chancengleichheit gewährleistet und die konkreten Arbeitsbedingungen der schwerbehinderten Beschäftigten weiter verbessert werden.
Die Integrationsvereinbarung ist im Intranet der BTU Cottbus abrufbar.
Direkter Link zur Integrationsvereinbarung gem. § 83 SGB IX der BTU Cottbus
4. Generationen-Vielfalt
z. B. KinderCampus und Senioren-Universität
