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Das Netzwerk Begabung Brandenburg stellt sich vor

Die Förderung von Begabungen ist ein wichtiges Anliegen, das im Schulgesetz des Landes Brandenburg festgeschrieben ist und im Rahmen eines komplexen Projektes landesweit etabliert werden soll. Bis zum Ende des Schuljahres 2009/10 sollen u. a. folgende Elemente installiert sein: Ein Stützpunkt für Begabtenförderung in jedem Schulamtsbezirk; Leistungs- und Begabungsklassen an Gymnasien und Gesamtschulen; spezifisch auf Begabtenförderung ausgerichtete Schülerakademien, Wettbewerbe, Arbeitsgemeinschaften, E-Learning-Angebote und Kooperationsprojekte zwischen Schulen und Universitäten, Hochschulen und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen.
In Cottbus ist auf diesem Gebiet schon viel geschehen. Für die Förderung von Begabungen in den Bereichen Sport, Musik, Mathematik und Naturwissenschaften gibt es eine Vielzahl von Angeboten.
Und trotzdem fehlt in diesem System ein wichtiger Baustein: Die Förderung Hochbegabter. Etwa 3% aller Kinder gelten als hochbegabt. Anders als normal begabte Kinder brauchen hochbegabte Kinder oftmals spezielle Förderung, um nicht als Problemkinder wahrgenommen zu werden. Das erwachsene Umfeld ist nicht selten überfordert, diesen Kindern gezielt die notwendigen Rahmenbedingungen und die Förderung zukommen zu lassen.
Hier setzt das Netzwerk Begabung Brandenburg mit dem Ziel der systematischen Förderung Hochbegabter an. Der Lehrstuhl Darstellungslehre der BTU Cottbus als Initiator des Netzwerks hat in der Stadt Cottbus einen starken Partner gefunden.
Das Netzwerk verfolgt drei Hauptziele: die Information der Betroffenen über das Phänomen Hochbegabung und das bestehende Förderangebot, den stetigen Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen den Förderern sowie das Gewinnen weiterer Förderangebote durch die Wirkung als Netzwerk.
Hochbegabung soll ein öffentliches Thema werden, damit alle Betroffenen in jedem Fall erreicht werden. Ganz entscheidend ist, dass alle Altersstufen vom Kindergarten an einbezogen werden, damit auch diejenigen Hochbegabten erreicht werden, die aufgrund vermeintlichen Fehlverhaltens weder als hochbegabt diagnostiziert noch gefördert werden oder sich sogar zu Underachievern entwickeln.
Die Notwendigkeit eines unabhängigen Netzwerks ergibt sich aus drei Aspekten: der Differenzierung von Leistungsstärke, Begabung und Hochbegabung, der Erweiterung auf alle Altersstufen sowie der Unabhängigkeit der Netzwerkteilnehmer. Denn das Netzwerk respektiert die Selbständigkeit der Mitglieder und greift weder in die Organisation noch in die Inhalte ein. So ist das Netzwerk in der Lage, sämtliche Förderangebote aufzunehmen und den Betroffenen transparent darzustellen.

Prof. Dipl. Ing. Dominik Lengyel, BTU Cottbus, Lehrstuhl Darstellungslehre

Dipl. Ing. Catherine Toulouse, BTU Cottbus, Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Bernd Weiße, Dezernent für Jugend, Kultur, Soziales, Stadt Cottbus