Lehrveranstaltung im Sommersemester
2004
BTU Cottbus Fakultät 2 Architektur,
Bauingenieurwesen und Stadtplanung
LS Theorie der Architektur
Studiengang: Architektur, Stadt-
und Regionalplanung
Hauptstudium
Zeit: Donnerstag 15.30 - 17.00
Uhr A/B
Ort: ZHG / SR 2
1. Veranstaltungstermin: 22.04.04
Seminar
Dr. Riklef Rambow
ARCHITEKTUR UND BILDUNG
Bildung ist in den letzten Jahren wieder zu einem wichtigen Thema der politischen
und gesellschaftlichen Diskussion geworden. Die internationalen Vergleichsstudien
PISA, TIMMS, IGLU etc. haben eine Debatte losgetreten, deren Konsequenzen
noch offen sind. Schlagworte wie „Elite-Uni“, „brain drain“, oder „Lebenslanges
Lernen“ zeigen nur eine gegenwärtige Richtung an.
Aber was hat diese Bildungsdebatte mit Architektur zu tun?
Zum einen finden institutionalisierte Bildungsprozesse meist in dafür
gestalteten Umwelten statt: Architektur ist Hülle von Bildungsprozessen.
Ändern sich die Anforderungen an die Institutionen Kindertagesstätte,
Schule oder Universität (um nur einige zu nennen), so ändern sich
zugleich auch die Anforderungen an deren Architektur. Vereinfacht gesagt:
Die Harvard University produziert nicht nur mehr Nobelpreisträger als
die BTU Cottbus, sie sieht auch anders aus. Wie kann die Architektur auf
veränderte Ansprüche und Lernformen, z. B. e-learning, räumlich
reagieren, wie kann sie ein verändertes Selbstverständnis und eine
veränderte Stellung in der Gesellschaft reflektieren?
Zum zweiten ist Architektur aber auch Gegenstand von Bildungsprozessen.
Seit einigen Jahren gibt es verstärkte Bemühungen seitens der Kammern
und Berufsverbände, Architektur in den Lehrplänen der Schulen zu
verankern. Dabei stellt sich die Frage: Was soll eigentlich gelernt werden
und vor allem: warum? Die seriöse Beantwortung dieser Fragen erfordert
sehr grundsätzliche Überlegungen zur Definition und Bedeutung von
Architektur und Baukultur und ihrem Wert für die Gesellschaft sowie
zum Wesen von Bildung.
Die beiden Aspekte, so disparat sie auf den ersten Blick erscheinen mögen,
berühren sich auf der Ebene der bewussten Auseinandersetzung mit einem
qualitätvollen Schulgebäude. Im Prozess der Aneignung verschmelzen
Hülle und Gegenstand des Lernens.
In der Veranstaltung werden wir die hier angesprochenen Themen systematisch
in Form von Recherchen, Präsentationen und Diskussionen erarbeiten.
Leistungskriterien sind regelmäßige Anwesenheit und aktive Mitarbeit,
mündliche Präsentation und schriftliche Ausarbeitung. Eine Voranmeldung
ist nicht erforderlich, die Themenvergabe findet in der ersten Sitzung am
22.04.04. statt.