BTU     Fakultät 2       LS Theorie der Architektur       Mitarbeiter      Dr. Riklef Rambow

Lehrveranstaltung im Sommersemester 2001



BTU Cottbus  Fakultät 2:  Architektur, Bauingenieurwesen und Stadtplanung
Lehrstuhl Theorie der Architektur
Studiengänge: Architektur, Stadt- und Regionalplanung
Hauptstudium
210306 SE
ZHG / SR 4
Mittwoch 15.30 - 17.00 A/B

Seminar
Dr. Riklef Rambow


FARBWIRKUNG: EINFÜHRUNG IN EMPIRISCHE ARCHITEKTURPSYCHOLOGISCHE FORSCHUNG

Farbe ist ein extrem komplexes Phänomen, dem man sich von vielen verschiedenen Zugängen aus nähern kann: physikalisch, physiologisch, philosophisch, kunsthistorisch, kulturtheoretisch, gestalterisch usw. In diesem Seminar geht es um die Psychologie der Farbe, also ihre Wirkung auf Erleben und Verhalten von Menschen.
Darüber, wie Farben wirken, kursieren die unterschiedlichsten Behauptungen und Überzeugungen, und nur der geringste Teil davon würde wohl einer wissenschaftlichen Überprüfung standhalten. Aber wie könnte eine solche Überprüfung überhaupt aussehen? Die TeilnehmerInnen sollen sich exemplarisch mit dieser Fragestellung auseinandersetzen und auf diesem Wege Grundzüge empirisch-psychologischer Methodik und psychologischen Denkens kennenzulernen. Wir werden zunächst Alltagsauffassungen über Farbwirkungen zusammentragen und zu prüfbaren Hypothesen umformulieren. Darauf aufbauend sollen in Kleingruppen kleine Befragungs- und Beobachtungsstudien konzipiert, durchgeführt und ausgewertet werden. Zum Abschluss des Seminars werden die Resultate der Arbeit in einer Posterpräsentation vorgestellt und diskutiert.

Eine Teilnehmerliste zum Eintragen hängt vor Raum 313 im LG 10 aus.


SEMINARPLAN
 

1. SITZUNG 11.04.01
Vorstellung und Organisatorisches

2. SITZUNG 18.04.01
Thematische Einführung:
Farbe und wie man sie betrachten kann

3. SITZUNG 25.04.01
Methodische Einführung:
Was ist empirisch-psychologisches Denken?

4. SITZUNG 02.05.01
Psychologie der Farbwirkung: Was man weiß und was nicht.
Bildung von Arbeitsgruppen und Sammlung möglicher Fragestellungen

5. SITZUNG 09.05.01
Entwicklung von Versuchsdesigns

16.05.01
Datenerhebung: Kein Pflichttermin; Einzelkonsultationen nach Bedarf

23.05.01
Datenerhebung: Kein Pflichttermin; Einzelkonsultationen nach Bedarf

6. SITZUNG 30.05.01
Informationen zu Auswertung und Ergebnisdarstellung

06.06.01
Kein Pflichttermin; Einzelkonsultationen nach Bedarf

13.06.01
Exkursionswoche. Kein Pflichttermin; Einzelkonsultationen nach Bedarf

7. SITZUNG 20.06.01
Präsentation der Ergebnisse, Teil 1 (Arbeitsgruppen 1-5, s. unten)

8. SITZUNG 27.06.01
Präsentation der Ergebnisse, Teil 2 (Arbeitsgruppen 6-9, s. unten)
Bearbeitung der Evaluationsbögen

9. SITZUNG 04.07.01
Inhaltliche Diskussion und Seminarkritik anhand der Evaluationsergebnisse
 
 

SCHEINKRITERIEN

Planung und Durchführung einer eigenen empirischen Untersuchung, Dokumentation in Form eines Posters und Präsentation in Form eines Kurzvortrags (in Gruppen von je drei Personen)
Schriftliche Fassung des Berichts auf Datenträger
aktive Beteiligung an den Diskussionen durch eigene Redebeiträge
regelmäßige Anwesenheit

Die Anwesenheit wird durch eine Liste kontrolliert. Sie sollten nicht mehr als einen der neun Pflichttermine versäumen.



LITERATUR IM SEMESTERAPPARAT (UB)
(Die wichtigsten Texte sind durch einen * gekennzeichnet)

1. ZUGANG ÜBER HISTORISCHE FARBSYSTEME:
Schwarz, A. (1998). Die Lehren von der Farbenharmonie. Eine Enzyklopädie zur Geschichte und Theorie der Farbenharmonielehren. Göttingen: Muster-Schmidt.
Silvestrini, N. (1998). Farbsysteme in Kunst und Wissenschaft.*
Lütkehaus, L. (1992). (Hrsg.). Arthur Schopenhauer: Der Briefwechsel mit Goethe und andere Dokumente zur Farbenlehre. Zürich: Haffmans.

2. KULTUR- UND BEGRIFFSGESCHICHTLICHE ZUGÄNGE:
Gage, J. (1997, engl. Orig. 1993). Kulturgeschichte der Farbe. Von der Antike bis zur Gegenwart (aus dem Engl. von M. Moses & B. Opstelten).  Ravensburg: Otto Maier.*
Le Rider, J. (2000, franz. Orig. 1997). Farben und Wörter: Geschichte der Farbe von Lessing bis Wittgenstein. Wien: Böhlau.

3. PHILOSOPHISCHE ZUGÄNGE:
Maund, B. (1995). Colours. Their nature and representation. Cambridge, UK: Cambridge University Press.*
Byrne, A. & Hilbert, D. R. (Eds.). (1997). Readings on color, Vol. 1: The philosophy of color. Cambridge, MA: MIT Press.

4. PSYCHOLOGISCHE ZUGÄNGE:
Mahnke, F. H. (1996). Color, environment, and human response. New York. Van Nostrand Reinhold.*
Frieling, H. (1979). Farbe im Raum. München: Callwey. (SE Huckriede)
Frieling, H. (1954). Psychologische Raumgestaltung und Farbdynamik. Göttingen: Musterschmidt.
Heller, E. (2000). Wie Farben auf Gefühl und Verstand wirken. München: Droemer Knaur.

5. MULTIDISZIPLINÄRE ZUGÄNGE:
Zollinger, H. (1999). Color: A multidisciplinary approach. Zürich/New York: Helvetica Chimica Acta/Wiley.*
Riedel, I. (1999). Farben in Religion, Gesellschaft, Kunst und Psychotherapie. Stuttgart. Kreuz.

6. ANWENDUNGSORIENTIERTE ZUGÄNGE:

SCHWERPUNKT ARCHITEKTUR UND STADTPLANUNG:
Düttmann, M., Schmuck, F. & Uhl, J. (1980). Farbe im Stadtbild. Handbuch in sechs Teilen für Architekten, Bauherren, Farbgestalter, für Stadtbewohner und Betrachter. Berlin: Archibook.*
Landesgruppe Bayern der Akademie für Städtebau und Landesplanung (Hrsg.). (1987). Zur Farbe im Stadtbild.

SCHWERPUNKT INNENARCHITEKTUR:
Guild, T. (1994, engl. Orig. 1992). Farbberatung Wohnen. Dekorieren und Einrichten mit edlen Textilien. Augsburg: Weltbild.
Miller, M. C. (1997). Color for interior architecture. New York: Wiley. (SE Huckriede)

SCHWERPUNKT MARKETING/GRAFIK UND WERBUNG:
Küthe, E. & Venn, A. (1996). Marketing mit Farben. Köln: DuMont.*

BEREICHSÜBERGREIFEND, ABER ANWENDUNGSBEZOGEN:
Küppers, H. (1999). DuMont’s Farbenatlas. Über 5500 Farbnuancen mit digitalen Farbwerten, Kennzeichnung und Mischanleitung. Köln: DuMont.
Chijiiwa, H. (2000, amerik. Orig. 1987). Color harmony. A guide to creative color combinations. Zürich: Olms.
Gekeler, H. (2000). Handbuch der Farbe. Köln: DuMont. (SE Huckriede)

7. DIDAKTISCHE ZUGÄNGE:
Itten. J. (1961). Kunst der Farbe. Subjektives Erleben und objektives Erkennen als Wege zur Kunst. Ravensburg: Otto Maier.
Albers, J. (1997, engl. Orig. 1961). Interaction of color. Grundlagen zu einer Didaktik des Sehens (mit einem Vorwort von E. Franz). Köln: DuMont.*
Küppers, H. (1992). Schule der Farben. Köln: DuMont. (SE Huckriede)

8. NATURWISSENSCHAFTLICHE ZUGÄNGE:
Byrne, A. & Hilbert, D. R. (Eds.). (1997). Readings on color, Vol. 2: The Science of color. Cambridge, MA: MIT Press.
Wyszecki, G. & Stiles, W. S. (1982). Color Science: Concepts and methods, quantitaive data and formulae (2nd ed.). New York: Wiley.
Rossing, T. D. & Chiaverina, C. J. (1999). Light Science. Physics and the visual arts. New York: Springer.

9. NACHSCHLAGEWERK FÜR METHODISCHE FRAGEN:
Bortz, J. & Döring, N. (1995). Forschungsmethoden und Evaluation für Sozialwissenschaftler (2., völl. überarb. u. akt. Aufl.). Berlin: Springer.


ARBEITSGRUPPEN UND THEMEN
 

1. Katharina Schmidtke, Kristin Reinck, Lena Hausding:
Wahrnehmung von und Erinnerung an Farbe im städtischen Raum und im Landschaftsraum am Beispiel von Altmarkt und Branitzer Park
 

2. Katja Borkowsky, Christina Bradtke, Melanie Meuser:
Assoziationen zwischen Farbwahrnehmung und Geschmack von Nahrungsmitteln
 

3. Miriam Hess, Petra Wagner, Yvonne Mlosch, Lars Engelmann:
Veränderung der Gebäudewahrnehmung und der affektiven Bewertung durch unterschiedliche Fassadenfarbe
 

4. Jörg Bierwagen, Thomas Bröker, Kirsten Goldbach
Trägt die Beteiligung der Mieter an der Farbgestaltung zu einer höheren Zufriedenheit bei?
 

5. Antje Tschentscher, Ulrike Schnell, Elisabeth Eiselt:
Akzeptanz von kräftigen Farben im Stadtbild
 

6. Katrin Minter, Hilke Leuchter, Daniela Brack:
Welche Farbe hat eigentlich Cottbus? Farbliche Assoziationen mit Stadtbildern
 
 

7. Andreas Fercho, Marco Böhm, Torsten Robra:
 
 
 

8. Ulrike Rohr, Sylke Rossbach, Jana Könnemann:
Blaue Häuser: Einfluss von Farbintensität und Alter der Person auf das Urteil
 
 

9. Madeleine Steinert, Mark Grund, Mark Heinisch:
Kriterien der Wahl von Fassadenfarben bei Eigenheimbesitzern