Barbara Feller
Wien
Sehen lernen. Sprechen können. Mitentscheiden.
Architekturvermittlung und Mündigkeit
Es geht um die Frage, welchen Zweck Architekturvermittlung – bzw. weiter gefasst
die Vermittlung von Baukultur – verfolgt. Aus den unterschiedlichen Aspekten
soll dabei insbesondere jener beleuchtet werden, der Kenntnisse über Architektur
und Umweltplanung als grundlegende Fähigkeit jeder Bürgerin / jedes Bürgers
begreift.
Neben der Architekturvermittlung an EntscheidungsträgerInnen (top down) ist die
Vermittlung von Kenntnissen an einen breiten Kreis von Laien (bottom-up) eine
zentrale Aufgabe.
Jede/r wohnt,
jede/r bewegt sich in gestalteten Räumen, und daher muss es auch Teil der
Bildung sein, die Menschen auf ihre Verantwortung gegenüber der gestalteten
Umwelt vorzubereiten. Nicht nur als Teil der musischen Erziehung, sondern im
Sinne einer umfassenden Staatsbürgerkunde.
Denn ‚Das Erkennen
von Architektur will gelernt sein!’ Es geht darum, die Menschen sehfähig,
sprachfähig und damit entscheidungsfähig zu machen und aufzuzeigen, dass Raum
Wirkung hat.
Ziel ist es, das Verständnis für Architektur und Baukultur auf breiter Basis zu
stärken und
Gestaltungsqualität – die Alltagsqualität von guter Architektur ‑ auch außerhalb
von Expertenkreisen bewusst zu machen. Ziel sind BürgerInnen, die ein Mehr von
Häusern und Plätzen fordern.