Martin Mutschlechner
Innsbruck


Vermittlung von Architektur nach der Moderne, Aufgaben einer Architekturfakultät

„Die Öffentlichkeit müsste freien Zugang zu den Speichern und Datenbanken erhalten. Die Sprachspiele werden dann im betrachteten Moment Spiele mit vollständigen Informationen sein.“ (Jean-François Lyotard, „Das postmoderne Wissen“, Wien 1986)

In den Gesprächen über die Umstrukturierung der Universitäten wird immer wieder kritisiert, dass die Reformen weitgehend auf die „Ökonomisierung“ von Forschung und Lehre abzielen. Diametral dazu steht die Diskussion über die Ineffizienz und Unprofessionalität der Universität, über den akademischen „Elfenbeinturm“ und die so genannten „Orchideenfächer“. Was sind die Aufgaben und Möglichkeiten der Universität für die Vermittlung von Architektur? Welche gesellschaftliche Verantwortung hat die Universität?

Die klare Trennlinie zwischen Hoch- und Massenkultur hat sich aufgelöst. Das alte Prinzip, wonach der Wissenserwerb unauflösbar mit der Bildung des Geistes und selbst der Person verbunden war, verfällt mehr und mehr. Stattdessen verwandeln die „Sprachspiele“ (Ludwig Wittgenstein) das Wissen in eine Vielzahl von Informationen. Zum Kriterium wird, wer über die Informationen verfügt, wer wie viel Zugang zu ihnen hat, wer vor allen Dingen über den Inhalt der produzierten Informationen entscheidet. Deshalb muss die freie Universität ihrer gesellschaftlichen Verantwortung als Erzeuger von Wissen, als Wissensspeicher und Wissensvermittler heute mehr denn je gerecht werden.

Das Institut für Gestaltung.1 der Universität Innsbruck befasst sich in seiner Forschung mit der architektonischen und raumplanerischen Entwicklung von alpinen Räumen. Diese Forschungsprojekte sind Teil einer fortlaufenden Untersuchungsreihe mit dem Ziel, Architektur zu vermitteln, wobei zwischen verschiedenen Ansprechpartnern und Darstellungsformen unterschieden wird.