Stefan Rethfeld
Berlin / Münster


Mikro-Makro
Strategien und Projekte für die „Architekturstadt Münster“


Die hohe Identifikation der Münsteraner mit ihrer Stadt hat Tradition. Kaum ein Buch der Stadtgeschichte, welches nicht sogar von der „Liebe zur Stadt“ spricht. Auch heute wird von einem besonderen „Münster-Gefühl“ gesprochen: viele sehen sich in besonderer Weise mit ihrer Stadt verbunden. Alles bestens, möchte man meinen. Doch reicht allein Gefühl?

Ein noch größeres Selbstbewusstsein erlangt sicher die Stadt, die noch neugieriger auf sich selbst ist. Die ihre Struktur analysiert, ihre Stadtentwicklung erforscht, ihre Architektur erkundet – die vergangene, aktuelle und zukünftige. Denn erst hierin werden Mikro- und Makro-Eigenschaften einer Stadt benennbar und unterscheidbar. Spezifische Zukunftslösungen für eine Stadt werden erst dann möglich, wenn sich die Stadt selbst-bewusst ist.

Münster bietet für diesen erst noch anstehenden öffentlichen Prozess gute Voraussetzungen: eine bewegte Geschichte, eine gesunde Größe, traditionelle Akteure wie Kirche, Politik und Wirtschaft, Wissenschaft, öffentliche Kulturinstitutionen, engagierte Unternehmer – und vor allem die Neugier der Bewohner.

Anhand von ersten Projekten, die in Kooperationen mit Politik und Verwaltung, mit Kulturinstitutionen, mit Unternehmen, Hochschulen sowie den Medien entstanden sind, darunter das Jubiläumsprojekt „50 Jahre: Das neue Theater in Münster“, das Forschungsvorhaben „Architekturführer Münster“, die Lokalzeitungsserie „Von Haus zu Haus“ sowie die Initiative „Münster Modell“ soll aufgezeigt werden, wie eine Stadt mehr und mehr beginnt, sich als „Architekturstadt“ zu begreifen.