BTU Cottbus
Lehrstuhl Theorie der Architektur
Informations-, Kommunikations- und Medienzentrum (IKMZ)
15.-16. Juni 2006
 





Tagungsablauf
 

letzte Aktualisierung:
13.11.2006 09:59

 


Hintergrund
:


Die Vermittlung von Themen der Architektur und Baukultur an eine breitere Öffentlichkeit hat in den letzten Jahren kontinuierlich an Bedeutung gewonnen. Die Gründe dafür sind vielfältig: Sie reichen von Entwicklungen innerhalb der Medien über die kritische Situation der Baukonjunktur und die daraus sich ergebende Arbeitsmarktsituation für Architekten bis hin zu einer allgemein gewachsenen Aufmerksamkeit für die menschlichen Lebensbedingungen, die sich auch auf Aspekte der gebauten Umwelt bezieht und Werte wie Nachhaltigkeit, Aneignung und Beteiligung zum Thema macht.
In der Auseinandersetzung über Fragen der Architekturvermittlung treffen sich verschiedene aktuelle Diskurse. Zum einen wirft die Frage nach der Vermittlung automatisch auch immer die nach dem zu Vermittelnden auf. Was genau verstehen wir eigentlich unter Architektur oder Baukultur und welche Aspekte von ihr sollen vermittelt werden? Und warum überhaupt muss man das vermitteln? Inwiefern muss, vor aller Vermittlungspraxis, auch eine Qualitätsdiskussion geführt werden? Von hier ist es nicht weit zur zweiten Diskurslinie. Diese betrifft einen grundsätzlichen Wandel im Verhältnis von Experten und Laien, der quer durch alle Disziplinen zu beobachten ist. Die traditionellen Professionen sind immer öfter gezwungen, ihren Anspruch öffentlich zu begründen und zu legitimieren. Eine kritischer werdende Öffentlichkeit verlangt – „aufgeklärt“ durch die Medien – nach Legitimation für Entscheidungen, die früher oft klaglos akzeptiert wurden. Die Kommunikation von Architektur wird dadurch zu einem selbstverständlichen Teil des Entstehungs- und Nutzungsprozesses von Architektur. Dieses wachsende Legitimationserfordernis durch offensive Eigenaktivität von der Herausforderung zur Chance umzuformen, ist ein wesentliches Ziel der Bemühungen um Architekturvermittlung. Solche finden sich sowohl auf der Ebene individuellen Marketings wie auch auf der Ebene berufsständischer oder kulturpolitischer Initiativen.
Architekturvermittlung bewegt sich mithin in einer sensiblen Schnittzone von angewandter Architekturtheorie, professioneller Selbstvergewisserung, aufklärender Kulturpolitik und modernen Marketingstrategien.
Die dabei zum Einsatz kommenden Strategien und Initiativen haben sich ebenso wie die beteiligten Institutionen in den letzten Jahren erheblich ausdifferenziert.
Die Tagung „Die Zukunft der Architekturvermittlung“ möchte vor allem den Zusammenhang von Forschung, Praxis und Ausbildung in der Architekturvermittlung in den Blick nehmen und einen Ausblick auf zukünftige Möglichkeiten entwerfen.
Ist die Architekturvermittlung auf dem Weg zur eigenständigen Disziplin? Ist eine solche „Disziplinierung“ überhaupt wünschenswert? Welche Chancen und Gefahren birgt sie?
Wie können Vermittlungspraxis, Theorie und Forschung produktiv ineinander greifen? Welche aktuellen Forschungsfragen ergeben sich aus dem derzeitigen Stand der Vermittlungspraxis? Wie lassen sich die Wissensgrundlagen der Architekturvermittlung systematisch erweitern? Welche Rolle spielen die Medien? Wie lässt sich das akkumulierte Praxiswissen bewerten, verbreiten und nutzen?
Welche Kompetenzen und Fähigkeiten brauchen Architekturvermittlerinnen und Architekturvermittler? Sind spezialisierte Ausbildungsgänge für Architekturvermittlung ein zukunftsfähiges Modell? Wer sollen die zukünftigen Träger von Vermittlungsprozessen sein und wie können sie besser ausgebildet und unterstützt werden?
Diese und andere Fragen sollen in einem intensiven zweitägigen Austausch behandelt werden. Neben den ausgewählten Vorträgen wird besonderer Wert darauf gelegt, dass genügend Zeit für formelle und informelle Diskussionen und Gespräche bleibt.
 

 
 
 
 


Tagungsablauf:

Donnerstag, 15. Juni 2006

 

10:00

Andreas Degkwitz
Begrüßung durch den Leiter des IKMZ

Axel Oestreich
Begrüßung durch den Dekan der Fakultät 2

10:15

Eduard Führ, Riklef Rambow
Einführung in das Thema


Block 1: Grundlagen
 

10:30

Claudia Schwalfenberg
Der Baukünstler ist tot. Es lebe der Baukünstler? Zur Professionalisierung der Architekturvermittlung

11:00

Claus Dreyer
Semiotische Aspekte der Architekturvermittlung

11:30

Kaffeepause

12:00

Carsten Ruhl
Die Vermittlung ist das Werk – Architektur als ästhetischer Prozess

12:30

Norbert Fiebig
Architekturvermittlung – Wege zu einem neuen Selbstverständnis

13:00

Jan R. Krause
Erzählkunst und Kommunikationsstrategie – Plädoyer für ein Pflichtfach in der Architekturausbildung

13:30

Diskussion Block 1

14:00

Mittagspause


Block 2: Institutionen / Politik
 

15:00

Kerstin Gust abgesagt
Architekturvermittlung im Museum

15:30

Inken Baller
Führung durch das IKMZ

16:30

Barbara Feller
Sehen lernen. Sprechen können. Mitentscheiden. Architekturvermittlung und Mündigkeit

17:00

Ulrike Rose
Landesinitiative StadtBauKultur NRW

17:30

Volker Dienst
"Wer lästig ist lenkt!"

18:00

Diskussion Block 2

18:30

Kaffeepause


Block 3: Regionale Diskurse / Praxis
 

19:00

Tanja Flemmig
Der Gestaltungsbeirat – ein Instrument zur Belebung der Baukultur

19:30

Stefan Rethfeld
Mikro-Makro. Strategien für die Architekturstadt Münster

20:00

Diskussion Block 3

21:00

gemeinsames Abendessen im "Zelig" (Friedrich-Ebert-Straße 21)



Freitag, 16. Juni 2006

Block 4: Ausbildung
 

10:00

Benedikt Hotze
Der Architekt als Generalist – Brauchen wir eine neue Spezialausbildung?

10:30

Arno Lederer
Den Raum lesen

11:00

Kaffeepause

11.30

Martin Mutschlechner
Vermittlung von Architektur nach der Moderne. Aufgaben einer Architekturfakultät

12:00

Meike Kubiak
Die Kommunikation zwischen Architekten und Bauherren – ein Projektbericht

12:30

Diskussion Block 4

13:00

Mittagspause


Block 5: Medien
 

14:00

Julian Petrin
Stadt entsteht im Kopf – Von der Raumkommunikation zur „Immateriellen Raumproduktion“

14:30

Constanze A. Petrow
Zwischen Huldigung und Trivialisierung: Zur Unterschiedlichkeit der Berichterstattung über Architektur und Landschaftsarchitektur in der Publikumspresse

15:00

Susanne Schumacher
Digitale Medien in der Vermittlung von Architekturgeschichte: Von Multimedia zur Informationstechnologie

15:30

Jörg Seifert abgesagt
Mind the gap – oder wie Architektur die Fernsehlandschaft erobern kann

16:00

Diskussion Block 5

16:30

Kaffeepause


Block 6: Architektur in Bewegung
 

17:00

Marion Kuzmany
Die Exkursion als abstraktes Produkt

17:30

Thomas Krüger
Stadt zeigen – Architekturvermittlung vor Ort

18:00

Diskussion Block 6 und Abschlussdiskussion

19:00

voraussichtliches Ende der Veranstaltung

 


 

 
 

Ort:

BTU Cottbus
Informations-, Kommunikations- und Medienzentrum
 

 
 

Die Veröffentlichung der einzelnen Beiträge wird in der Internetzeitschrift "Wolkenkuckucksheim - Cloud-Cuckoo-Land - Vozdushnyi zamok" voraussichtlich im III. Quartal 2006 erfolgen.
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