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Hintergrund:
Die Vermittlung von Themen
der Architektur und Baukultur an eine breitere Öffentlichkeit hat in den letzten
Jahren kontinuierlich an Bedeutung gewonnen. Die Gründe dafür sind vielfältig:
Sie reichen von Entwicklungen innerhalb der Medien über die kritische Situation
der Baukonjunktur und die daraus sich ergebende Arbeitsmarktsituation für
Architekten bis hin zu einer allgemein gewachsenen Aufmerksamkeit für die
menschlichen Lebensbedingungen, die sich auch auf Aspekte der gebauten Umwelt
bezieht und Werte wie Nachhaltigkeit, Aneignung und Beteiligung zum Thema macht.
In der Auseinandersetzung
über Fragen der Architekturvermittlung treffen sich verschiedene aktuelle
Diskurse. Zum einen wirft die Frage nach der Vermittlung automatisch auch immer
die nach dem zu Vermittelnden auf. Was genau verstehen wir eigentlich unter
Architektur oder Baukultur und welche Aspekte von ihr sollen vermittelt werden?
Und warum überhaupt muss man das vermitteln? Inwiefern muss, vor aller
Vermittlungspraxis, auch eine Qualitätsdiskussion geführt werden? Von hier ist
es nicht weit zur zweiten Diskurslinie. Diese betrifft einen grundsätzlichen
Wandel im Verhältnis von Experten und Laien, der quer durch alle Disziplinen zu
beobachten ist. Die traditionellen Professionen sind immer öfter gezwungen,
ihren Anspruch öffentlich zu begründen und zu legitimieren. Eine kritischer
werdende Öffentlichkeit verlangt – „aufgeklärt“ durch die Medien – nach
Legitimation für Entscheidungen, die früher oft klaglos akzeptiert wurden. Die
Kommunikation von Architektur wird dadurch zu einem selbstverständlichen Teil
des Entstehungs- und Nutzungsprozesses von Architektur. Dieses wachsende
Legitimationserfordernis durch offensive Eigenaktivität von der Herausforderung
zur Chance umzuformen, ist ein wesentliches Ziel der Bemühungen um
Architekturvermittlung. Solche finden sich sowohl auf der Ebene individuellen
Marketings wie auch auf der Ebene berufsständischer oder kulturpolitischer
Initiativen.
Architekturvermittlung
bewegt sich mithin in einer sensiblen Schnittzone von angewandter
Architekturtheorie, professioneller Selbstvergewisserung, aufklärender
Kulturpolitik und modernen Marketingstrategien.
Die dabei zum Einsatz
kommenden Strategien und Initiativen haben sich ebenso wie die beteiligten
Institutionen in den letzten Jahren erheblich ausdifferenziert.
Die Tagung „Die Zukunft der
Architekturvermittlung“ möchte vor allem den Zusammenhang von Forschung, Praxis
und Ausbildung in der Architekturvermittlung in den Blick nehmen und einen
Ausblick auf zukünftige Möglichkeiten entwerfen.
Ist die
Architekturvermittlung auf dem Weg zur eigenständigen Disziplin? Ist eine solche
„Disziplinierung“ überhaupt wünschenswert? Welche Chancen und Gefahren birgt
sie?
Wie können
Vermittlungspraxis, Theorie und Forschung produktiv ineinander greifen? Welche
aktuellen Forschungsfragen ergeben sich aus dem derzeitigen Stand der
Vermittlungspraxis? Wie lassen sich die Wissensgrundlagen der
Architekturvermittlung systematisch erweitern? Welche Rolle spielen die Medien?
Wie lässt sich das akkumulierte Praxiswissen bewerten, verbreiten und nutzen?
Welche Kompetenzen und
Fähigkeiten brauchen Architekturvermittlerinnen und Architekturvermittler? Sind
spezialisierte Ausbildungsgänge für Architekturvermittlung ein zukunftsfähiges
Modell? Wer sollen die zukünftigen Träger von Vermittlungsprozessen sein und wie
können sie besser ausgebildet und unterstützt werden?
Diese und andere Fragen
sollen in einem intensiven zweitägigen Austausch behandelt werden. Neben den
ausgewählten Vorträgen wird besonderer Wert darauf gelegt, dass genügend Zeit
für formelle und informelle Diskussionen und Gespräche bleibt.
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