Benedikt Hotze
Berlin


Der Architekt als Generalist – Brauchen wir eine neue Spezialausbildung?

Architekten sind als Generalisten ausgebildet – so heißt es jedenfalls immer. Architekten können alles – das beweisen sie tagtäglich, indem sie erfolgreich fachfremde Berufsfelder besetzen. Die BauNetz-Reihe „Grenzgänger“ führt solche – nolens volens – ergriffenen Tätigkeiten ausgebildeter Architekten vor: Fotograf, Modemacher, Musiker, Gastronom, Webdesigner oder eben PR-Beauftragter im Architekturbüro...

Ist es vor diesem Hintergrund sinnvoll, für die Architekturvermittlung einen eigenen Studiengang anzubieten? Oder allgemeiner: Muss es für jedes noch so spezialisierte Berufsbild eine eigene akademische Ausbildung geben? Sollte man nicht lieber dazu raten, ein klassisches Fach zu studieren und sich die Spezialisierung parallel dazu individuell anzueignen?

Eine Antwort könnte sein: Solange die Architekturausbildung weiterhin, aber zunehmend praxisfern, das Fach Entwurf so dominant ins Zentrum stellt und sogar die Fachhochschulen entgegen ihrem eigentlichen Auftrag zu kleinen Entwurfs-Unis umgebogen werden, sind zusätzliche Angebote in der Lehre unabdingbar.